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2 (1907)
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707
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Pyrogallolum. 70 7

ist farblos, neutral und schmeckt bitter. Sie färbt sich beim Stehen an der Luft allmäh-lich gelb, braun, dunkel und nimmt zugleich saure Reaktion an. Noch leichter erfolgtdie Oxydation des Pyrogallols durch den Luftsauerstoff im alkalischer Lösung.

Pyrogallol ist ein Reduktionsmittel. Es schlägt aus den Lösungen der Gold-,Silber- und Quecksilbersalze die betreffenden Metalle nieder, indem es selbst zu Essigsäureund Oxalsäure oxydirt wird.

Fügt man zu einer Lösung von Silbernitrat etwas Pyrogallollösung, so entsteht einerasch verschwindende Trübung, indem sich zunächst Pyrogallolsilber bildet. DieFlüssigkeit bleibt einige Augenblicke klar, trübt sich jedoch allmählich unter Abscheidungvon grauem, pulverförmigem metallischem Silber. Bei Gegenwart von Ammoniak dagegenerfolgt momentan Abscheidung von schwarzbraunem metallischem Silber.

Mit oxydfreier Ferrosulfatlösung giebt. Pyrogallol nur eine weisse Trübung; ist dasFerrosalz oxydhaltig, so entsteht eine indigoblaue Färbung, durch Eisenchloridlösung aberentsteht eine braunrothe Färbung; diese Lösung dürfte kaum noch unverändertes Pyro-gallol enthalten.

Salpetrige Säure bräunt, wenn sie in geringer Menge vorhanden ist, die wässerigePyrogallollösung sofort; daher kann Pyrogallol zum Nachweis der salpetrigen Säure dienen.

Prüfung. Ob ein Pyrogallol rein ist, lehrt zunächst das äussere Aussehen.Reines und trockenes Pyrogallol hält sich auch an der Luft ziemlich lange farblos.Bei Zutritt von Feuchtigkeit und ammoniakalischer Luft nimmt es Färbung an.Ferner muss es ohne Rückstand auf dem Platinbleche sublimiren oder doch wenigstensverbrennen, andernfalls sind unorganische Verunreinigungen zugegen.

Wesentlich ist, dass das Pyrogallol in 1,7 Th. Wasser von 15° C. löslich sein soll.Präparate, welche erheblich mehr Wasser zur Lösung bedürfen, enthalten Gallussäure. Dagegen muss man zulassen, dass die wässerige Pyrogallollösung gegen Lackmusschwach sauer reagirt; neutrale Reaktion kann von Pyrogallol des Handels nicht verlangtwerden.

Aufbewahrung. Mit Rücksicht auf die leichte Oxydirbarkeit, welche dem Pyro-gallol eigenthümlich ist, werde dasselbe in sehr gut verstopften Gefässen vor Tages-licht geschützt aufbewahrt, pyrogallol ist staTk giftig.

Anwendung. Dieselbe gründet sich auf die reducirenden Eigenschaften des Pyro-gallols. Man benutzt es lediglich äusserlich bei Hautkrankheiten (Psoriasis) und syphi-litischen Geschwüren. Vorsicht wegen möglicher Resorption! Es färbt Haut undHaare braun, dient aus letzterem Grunde zum Braunfärben der Haare, mit ammoniakalischeTSilbernitratlösung kombinirt zum Schwarzfärben der Haare. In der Photographiedient es zum Entwickeln der exponirten Platten. Durch Kondensation von Pyrogallolmit Phthalsäureanhydrid und darauf folgende Oxydation entsteht das zur Gruppe derPhthale'ine gehörige Gallein, welches auch als Indikator verwendet wird.

f Eugallol. Pyrogallolmonoaeetat. C 0 H 3 (OH) 2 CH 3 C0. 2 . Mol. Gew. = 168. DurchAcetyliren von Pyrogallol dargestellt. Eine sirupdicke, durchsichtige, braungelbe, in Wasserleicht lösliche Masse. Als Ersatz des Pyrogallols bei der Behandlung der Psoriasis an-wendbar, jedoch nur in der Hand eines erfahrenen Specialisten. Es lässt sich, in gleichenTheilen Aceton gelöst, bequem aufpinseln und bleibt nach Verflüchtigung des Acetons aufder Haut als ein fester, elastischer Firniss zurück. Im Handel ist das Eugallol bereits mit33 Proc. Aceton verdünnt zu erhalten.

Lenigallol. Pyrogalloltriacetat. C 6 H 3 (CH 3 C0 2 ) 3 . Mol. Gew. = 252. Durchvollständiges Acetyliren von Pyrogallol dargestellt. Ein weisses, in Wasser völlig unlös-liches Pulver, welches erst beim Erwärmen mit wässerigen Alkalien unter Spaltung gelöstwird. Es wirkt sehr mild, ist ungiftig, erzeugt weder Hautreizung noch Bindehaut-entzündung der Augen und beschmutzt die Wäsche nicht. Auf gesunder Haut verhält essich selbst in 50procentiger Salbe reizlos. Anwendung in 0,55,0procentiger Salbe beiakuten und subakuten Ekcemen, namentlich der Kinder, in 50procentiger Salbe gegenp s oriasis

Saligallol. Pyrogalloldisalicylat. C 6 H 3 (OII)(C.H 5 0 3 ) 2 . Mol. Gew. = 360.

Könnte dem Lenigallol vorgezogen werden, wenn es nicht ein schwer verreibbarer, har-ziger, fester Körper wäre, wohl aber ermöglicht seine Löslichkeit in 2 Th. Aceton oder

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