694 Prunus.
elliptisch, gekerbt-gesägt. Blüthenstiele flaumhaarig, Blüthenknospen meist zu zweien.Blumenblätter länglich-eirund. Frucht eiförmig, Stein hart, zusammengedrückt, beiderseitsspitz gerandet, ohne Furchen und Gruben.
Verwendung finden die Früchte: Fructus Pruni. Prunum. (Brit. U-St.). Pflaumen./Wetschen. — Pruneau noir. (Gall.). — Prunes. — Die reifen, in bekannter Weis»(durch Dörren) getrockneten Früchte.
Eestandtheile nach König:
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frisch
getrocknet
84,8629,30
0,402,25
0,49
1,502,75
3,5644,41
4,6817,91
0,661,37
Man bereitet daraus Pulpa Prunorum (Austr.). Pflaumenmus. Pulpe de pruneau
(Gall.). — Austr.: Getrocknete und zerschnittene Pflaumen kocht man mit q. s. Wasser,bis sie erweicht sind, schlägt durch ein Haarsieb, dampft im Wasserbade zum dickenExtrakt ein, mischt auf 3 Th. 1 Th. Zuckerpulver hinzu und dickt zur Muskonsistenz ein.— Gall. lässt die Pflaumen 2 Stunden in warmem Wasser erweichen, die Kerne ent-fernen und das Fruchtfleisch durch ein Haarsieb treiben. Man vermeide kupferne Geräthe!Das im Haushalte aus frischen Pflaumen gewöhnlich über freiem Feuer dargestellte Muserhält häufig Zusätze wie Salicylsäure, Holundermus — darf also nicht für pharmaceutischöZwecke Verwendung finden.
II. Prunus Persica (L.) Sieb, et Zucc. Wahrscheinlich in China heimisch,wo P. Davidiana Franch., die Urform, vorkommt. Baum mit lanzettlichen, spitz-gesägten Blättern, kurzem Blattstiel, hell- oder dunkelrosarothen Blüthen. Frucht filzig-behaart, nur bei der Nektarine (Brugnon) sind sie kahl. Man verwendet
a) die Blüthen: Flores Persicarum. Pfirsichbliitlien. Fleur de pecher. (Gall.).Man bereitet daraus den Sirop de pecher (Gall.), Pflrsiclibliithensirup, ebenso wie denSirup, de Papavere rhoeade Gall. (Bd. II, S. 558).
b) Die Blätter: Folia Persicae. Plirsichblätter gebrauchte man früher zur Dar-stellung des Aqua Persicae foliorum, welches jetzt durch verdünntes (!) Bittermandel-wasser ersetzt wird.
c) Die Samenkerne: Aus den Samenkernen wird in grossem Maasstabe, besondersin Frankreich, ein fettes Oel gepresst, das Oleum Nucum persicarum. Oleum Amyg-dalarum gallicum. Pfirsichkernöl, fälschlich auch als „Mandelöl aus Pfirsichkernen"bezeichnet, welches für kosmetische und manche technischen Zwecke (zu Cold-Cream, zumOelen von Nähmaschinen etc.) das theure Mandelöl ersetzen kann, da es diesem in seinenEigenschaften fast gleichkommt.
Spec. Gewicht 0,923. Bei — 20° C. ist es noch flüssig.
Aus den Samen von Prunus Bngantiaca Vill. presst man in Frankreich eben-falls fettes Oel (Iluile de Marmotte. Huile d'abricotier de Brianeon. — OleumArmeuiacae. — Hymalayan apricot oil), welches wie das vorige verwendet wird. Spec.Gewicht 0,915 — 0,92. Erstarrt bei —14°C. Verseifungszahl 192,9. Jodzahl 100. Vergl.Amygdalus Bd. I, S. 280.
III. Prunus SpillOSa L. Heimisch in Europa. Dorniger Strauch mit weich-haarigen Zweigen und länglich-elliptischen, gesägten, zuletzt kahlen Blättern. Blüthenstielekahl, meist einblüthig. Blumenblätter weiss, Früchte kugelig, schwarz.
Verwendung finden die Blüthen: Flores Acaciae (Ergänzb.). Flores Acaciaegermaiiicae. Flores Pruni spinosae. — Sehlolienbliithen. Schlehdorn- oder Schwarz-dornblütlien. — Fleurs de prunellier. — Blackthorn flowers.
Einsammlung und Aufbewahrung. Man sammelt die vollkommen entfaltetenBlüthen im April bei trockenem Wetter, trocknet sie möglichst schnell und bewahrt sie in