Hydroxylaminum hydrochloricum.
89
Wasserstoffsuperoxyd zum Entfärben der Haare. Dunkle Haare könnendurch Behandeln mit Wasserstoffsuperoxydlösung' mehr oder weniger entfärbt, d. h. inblonde verwandelt werden. Zu diesem Zwecke entfettet man die Haare zunächst durchWaschen mit Sodalösung, wäscht sie darauf mit Wasser und durchfeuchtet sie nach demTrocknen mit 3procentiger Wasserstoffsuperoxydlösung. Das Verfahren muss wiederholtwerden, bis der gewünschte Ton erreicht ist. Die nachwachsenden Haartheile habennatürlich wieder die ursprüngliche Färbung. Die diesem Zweck dienenden Präparate führenim Handel verschiedene Namen.
Auricomus. Aureoline. Blondeur. Eau fontaine de jouvence golden. Gold-Feen-Wasser. Golden Ilair Wash sind Namen für kosmetische Präparate, welche zumEntfärben von Haaren dienen und aus Wasserstoffsuperoxydlösung bestehen.
Aseptinsiiure von A. Busse in Linden. Soll eine Lösung von 0,3 Salicylaldehydund 0,5 Borsäure in 100 ccm Wasserstoffsuperoxyd von 1,5 Proc. sein. Yergl. hierzu Bd. I,S. 46 und 103.
Katharol, Mundwasser des medicinischen Waarenhauses, soll aromatisirte Wasser-stoffsuperoxydlösung sein.
Ozonin -ScHKEIliEI!, eine Bleichflüssigkeit. Man löst 125 Th. Kolophonium in 200 Th.Terpentinöl, verseift mit einer Lösung von 22,5 Th. Kalihydrat in 40 Th. Wasser und fügt90 Th. Wasserstoffsuperoxydlösung hinzu. Die gallertartige Flüssigkeit verwandelt sichnach 2—3tägigem Stehen im Dunklen in eine dünne, haltbare Flüssigkeit.
Salactol. Lösung von Natriumsalicylat und Natriumlactat in 1 procentiger Wasser-stoffsuperoxydlösung.
Koncentrirtes Wasserstoffsuperoxyd. Dunstet man dünne Wasserstoffsupcr-oxydlösungen bei nicht Uber 60—70° C. ein, so gelingt es, Lösungen des Wasserstoffsuper-oxyds mit einem Gehalt von 40—50 Proc. H>0.> zu erhalten; das Verdunsten ist zu unter-brechen, wenn die Sauerstoffentwicklung allzulebhaft wird. Schüttelt man diese Lösungenmit Aether aus, so geht das Wasserstoffsuperoxyd in diesen über, hinterbleibt beim Ver-dunsten des Aethers und kann durch Destillation im luftverdünnten Raum bei 18 mmDruck auf eine Koncentration von 99 Proc. H. 2 O a gebracht werden. Bei dieser Destil-lation treten aber bisweilen heftige Explosionen auf. Man kann auch dasAusschütteln mit Aether unterlassen und die 40—50procentige Wasserstoffsuperoxydlösungdirekt im luftverdünnten Räume destilliren. Das 99procentige Wasserstoffsuperoxyd isteine sirupartige, sauer reagirende Flüssigkeit (stark verdünnte Lösungen sind neutral),deren spec. Gewicht zu 1,453—1,4996 angegeben wird. Es ist in Alkohol wie in Aetherlöslich.
Pyrozon. Eine Lösung von Wasserstoffsuperoxyd in Aether, 50 Proc. H.,0., ent-haltend. Zur Entfernung von Leberflecken empfohlen.
Richaudson's ozonisirter Aether ist identisch mit Pyrozon und wird in zerstäub-ter Form zur Desinfektion der Luft und bei putrider Expectoration, auch innerlich zu6,0 g pro die gegen Diabetes angewendet.
Hydroxylaminum hydrochloricum.
t Hydroxylaminum hydrochloricum (Ergänzb.). Oxyaminum hydrochlori-cum. Oxyammouiuin hydrochloricum. Hydroxylaminhydroehlorid. SalzsauresHydroxylamiü. NH ä . OH. HCl. Mol. Gew. = 09,5.
Das Hydroxylamin NH 2 . OH ist als Ammoniak NH 3 aufzufassen, in welchem einWasserstoffatom durch die Hydroxylgruppe ersetzt ist.
Darstellung. Man stellt zunächst durch Einwirkung von Natriumbisulfit aufNatriumnitrat das leicht lösliche hydroxylanundisulfosaure Natrium dar und wandelt diesesdurch Zugabe von Kaliumchlorid in das schwerlösliche hydroxylamindisulfosaure Kaliumum. Erhitzt man die wässerige Lösung desselben einige Zeit auf 130° C., so erhält manITydroxylaminsulfat und Kaliumsulfat, welche durch fraktionirte Krystallisation getrennt