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Hydrargyrum.
curiverbindungen können direkt verwendet werden, Mcrcuroverbindungen müssen zunächstdurch Abrauchen mit Königswasser in Mercuriverbindungen übergeführt werden. In dieerwärmte massig saure Mercurilösung, welche freies Chlor nicht enthalten soll, leitet manSchwefelwasserstoff bis zur Sättigung ein. Dann sammelt man den Niederschlag auf ge-wogenem (!) Filter, wäscht ihn zunächst mit Schwefelwasserstoffwasser vollständig, dannnach einander je dreimal mit Alkohol, Aether und Schwefelkohlenstoff aus, trocknet undwägt. HgS x 0,86207 = Hg. — 3) Als Mercurochlorid. Zu der Quecksilberlösung,welche Salpetersäure enthalten darf, aber stark verdünnt werden muss, fügt man Salzsäure,ferner phosphorige Säure im Ueberschuss, lässt 12 Stunden lang bei gewöhnlicher Tem-peratur oder in gelinder Wärme (nicht über 60° 0.!) stehen, filtrirt das .ausgeschiedeneMercurochlorid auf gewogenem Filter ab, wäscht mit heissem Wasser aus und trocknet.HgCl x 0,84987 = Hg.
Toxikologisches. Das Quecksilber wird bisweilen in grösseren Mengen (250 bis500 g auf einmal) innerlich gegeben, um die Darmwege frei zu machen. Es geht dannim günstigsten Falle mit dem Darmkoth ab, ohne resorbirt zu werden und Vergiftungs-erscheinungen zu machen. Quecksilber in Dampfform eingeathmet wird sehr leicht resor-birt und bewirkt in kürzerer oder längerer Zeit Intoxikation. Die Quecksilberverbindungengelten durchweg als giftig. Als relativ ungiftig werden Zinnober und gefälltes schwarzesSchwefelquecksilber angesehen. Die Quecksilberverbindungen sind um so giftiger, je leich-ter löslich bez. resorbirbar sie sind, und sie wirken örtlich um so zerstörender, je stärkerihre Aetzwirkung ist, d. h. je leichter sie sich mit Eiwoiss verbinden. Zahlreiche orga-nische Quecksilberverbindungen z. B. Methylquecksilber, Aethylquecksilber, Knallqueck-silbor, wirken ganz besonders toxisch.
Die Resorption der leicht flüchtigen Quecksilberpräparate erfolgt schon von denLungen aus, diejenige der nicht leicht flüchtigen von Magen und Darm, ja von allenSchleimhäuten aus (also z. B. nach Waschungen, Einreibungen), auch vom Unterzellgewebeaus (z. B. in subkutanen Injektionen). Yon der Haut aus werden diejenigen Quecksilber-vorbindungen resorbirt, welche ätzend wirken. Die Aufnahme des feinvertheilten Queck-silbers aus der grauen Quecksilbersalbe soll zum Theil als Quecksilberdampf durch dieLunge, zum Theil infolge Aufnahme durch die Haarfollikeln erfolgen. — Im Organismuscirkulirt das resorbirte Quecksilber wahrscheinlich als Quecksilber-Albuminat.
Bei der akuten Quecksilbervergiftung werden von den meist ätzenden Prä-paraten zunächst die Schleimhäute des Mundes, Schlundes, der Speiseröhre und desMagens afficirt. Es kommt zu heftiger Magen- und Darmentzündung. Im Dickdarmtreten diphtherische Geschwüre (von resorbirtem Quecksilber) auf. Der Tod kann schnelloder nach mehreren Tagen eintreten.
Bei der chronischen Quecksilbervergiftung kommt es in der Regel zunächstzu einer entzündlichen Erkrankung der Mundschleimhaut (Stomatitis mercurialis, Leuco-plakia oris), zur Erkrankung der Schleimhaut der Nahrungswege, Störungen der Empfin-dung, desgl. der Bewegung (Tremor mercurialis) ferner des Gehirns.
Chronische Vergiftung kann z. B. eintreten durch längeren Aufenthalt in Räumen,in welchen Quecksilber verschüttet worden ist. Man weist das Vorhandensein von Queck-silberdämpfen in der Luft dadurch nach, dass man in den betreffenden Räumen Gold-bleche längere Zeit aufhängt, diese dann zusammenrollt und in Glasröhren glüht. Sieheunter Urina.
Bei tödtlich verlaufenen akuten oder chronischen Vergiftungen wird man versuchen,das Quecksilber in den Leichentheilen nachzuweisen. Man wird die Organtheile wie unterArsen angegeben mit Salzsäure und Kaliumchlorat in Lösung bringen, das Chlor durchErwärmen auf dem Wasserbade austreiben und die Lösung alsdann mit Schwefelwasser-stoff sättigen. Den abgeschiedenen Niederschlag sammelt man auf einem Filter, wäschtihn mit Schwefelwasserstoffwasser bis zur Chlorfreiheit (!) und bringt alsdann etwa vor-handenes Schwefelquecksilber nach der auf S. 405 und 406 Bd. I angegebenen Methodedurch Erwärmen mit konc. Schwefelsäure in eine leicht zu behandelnde Form.
Ueber den Nachweis des Quecksilbers im Urin s. unter Urina.
III. Unguentum Hydrargyri (Austr. Brit. U-St.). Unguentum Hydrargyri cine-roum (Germ. Helv.). Pommade mercurielle (Gall. s. aber weiter unten). Unguentummercuriale. Unguentum Neapolitanum. — Quecksilbersalbe. Mercurialsalbe. GraueSalbe. — Blue ointment.
Man versteht hierunter eine verhältnissmässig hocbprocentige Mischung von Fett mitQuecksilber, in welcher letzteres so fein verrieben ist, dass man mit blossem Auge oderbei 2—3 fachei Vergrösserung Quecksilberkiigelchen nicht mehr wahrnehmen kann. — DieVerreibung ( extinetio, das Abtödten) des Quecksilbers geschieht in der Weise, dass mandasselbe in einem Mörser aus Porcellan oder in einer ausgedrehten eisernen Schale mit