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Hydrargyrum.
hält Ms zu 2 Proc. fremde Metalle wie Blei, Wismut, Kupfer, Antimon, Zinn, Silber, auchSand, Staub und andere Unreinigkeiten. Ein erheblicher Gehalt an verunreinigendenMetallen giebt sich dadurch zu erkennen, dass die Oberfläche des Quecksilbers beim Stehenmatt wird (bisweilen sieht man sogar eine matte, beim Schütteln Falten bildende Haut),dass das Metall beim Laufen über eine Porcellan- oder Papierfläche längliche Metallpartikel(Schwänzchen) bildet bez. eine gefärbte „Spur" hinterlässt, dass es ferner beim Schüttelnin einer trockenen Flasche in ein schwärzliches Pulver verwandelt wird oder — bei ge-ringer Verunreinigung — matte Metallpartikel an den Wandungen der Flasche hängen lässt.
Ein durch Fremdmetalle nicht zu stark verunreinigtes Quecksilber ist diejenige Sorte,welche man im Handverkaufe abgiebt, wenn nicht vorausgesetzt werden muss, dass derKäufer reines Quecksilber erwerben will.
Wägung und Dispensation. Das Abwägen des Quecksilbers nehme man stetsaus Porcellan in Porcellan vor, d. h.: Man tarire eine Porcellanschale und wäge in diesedas Quecksilber ein, welches man vorher in eine andere Porcellanschale eingegossen hatte.Man wäge niemals direkt aus dem Standgefässe. Unter allen Umständen giesse manQuecksilber stets in dünnem Strahle und aus möglichst geringer Höhe aus, weil sonst dasQuecksilber sehr leicht verspritzt wird. Ueber die Gefahren des verspritzten Quecksilberssiehe weiter unten.
Für die Zwecke des Handverkaufes werden kleine Mengen Quecksilber in bekannterWeise mit Gänsefederkielen abgemessen und in Federposen abgefüllt, welche mit Siegellackoder Harzcerat verschlossen werden. Grössere Mengen werden in besonders starkwandigenGlasflaschen oder Thonkrucken mit engem Halse oder in besonderen Quecksilberstand-gefässen abgegeben. Beim Hantiren mit grösseren Quecksilbermengen unterschätze mannicht das Gewicht der Gefässe.
Aufbewahrung. Man bewahrt das Quecksilber in starkwandigen Flaschen ausGlas, Steinzeng oder Porcellan auf, die man mit Korken verschliesst. Grössere Vorräthehält man auch in den eisernen Flaschen, in denen das Quecksilber versendet wird. — Manstelle Quecksilbergefässe nicht in die oberen Theile der Regale, sondern bringe sie thun-lichst nahe am Erdboden unter.
Anwendung. Das technische Quecksilber kann, wenn es nicht mehr als 2 Proc.fremde Metalle enthält, zur Bereitung käuflicher Salben und Pflaster verwendet werden.Für die Receptui und für chemische sowie physikalische Zwecke benutzt man die folgende,reinere Sorte.
II. Hydrargyrum (Austr. Germ. Helv. Brit. U-St.). Mercure jmrifie (Gall.).Ilydrargyruin depuratum seu purum. Gereinigtes Quecksilber. Keines Quecksilber.
Das reine Quecksilber wird aus dem Quecksilber des Handels gewonnen, indem mandie verunreinigenden Metalle entweder durch Oxydation oder durch Destillation beseitigt.Weder die eine noch die andere Methode liefert unter allen Umständen ein absolutreines Quecksilber. Z. B. gehen bei der Destillation, welche im allgemeinen die bestenResultate giebt, Wismut und Zinn in kleinen Mengen über. Wirklich reines Quecksilbererhält man, wenn man das technische Quecksilber zuerst einem oxydirenden Verfahren unter-wirft und es alsdann noch destillirt.
Keinigung. 1) 1000 Th. käufliches Quecksilber werden in einer starkwan-digen (!) Flasche mit einer Mischung von 70 Th. Salpetersäure (von 25 Proc.) und 70 Tb.Wasser 24 Stunden lang stehen gelassen und während dieser Zeit häufig und kräftig ge-schüttelt. Die verunreinigenden Metalle (Bi, Sn, Pb, Zn) werden von der Salpetersäurezum grössten Theile in Lösung gebracht. Nach 24 Stunden trennt man das Quecksilbervon der wässerigen Flüssigkeit mittels Scheidetrichters und wäscht und trocknet es, wieunten angegeben. Die saure Flüssigkeit kann zur Reinigung einer weiteren Menge Queck-silber benutzt werden.
2) 1000 Th. käufliches Quecksilber werden in einer starkwandigen (!) Flaschemit einer Mischung aus 20 Th. Ferrichloridlösung (spec. Gew. 1,282) und ca. 80 Th.Wasser so lange kräftig durchgeschüttelt, bis die Mischung einen Schlamm von feinver-theilten Quecksilberkügelchen darstellt. Man stellt die Flasche 1—2 Tage zum Absetzen,giesst die über dem Quecksilber stehende Flüssigkeit ab, wäscht das Metall zunächst mit