] 2 Hirudo.
Zur Darstellung löst man 13 Th. Hexamethylentetramin in Wasser und fällt dieseLösung mit einer frischbereiteten Lösung von 87 Th. Gerbsäure (Acidum tannieum). Derentstehende rebfarbige Niederschlag ist in viel Wasser zunächst löslich. Es wird daherdurch Erhitzen auf 100—110° C. bei Gegenwart von Glycerin gehärtet, d. h. unlöslich ge-macht, alsdann ausgewaschen, getrocknet, gemahlen und gesiebt.
Ein rebbraunes, geruchloses und geschmackloses, feines, nicht hygroskopisches Pulver,das in Wasser, schwachen Säuren, Weingeist, Aether fast unlöslich ist, sich dagegen inverdünnter Natriumkarbonatlösung oder verdünnter Kalilauge langsam auflöst. DurchWasser, bez. Alkohol werden dem Präparat nur Spuren von Gerbsäure entzogen, welchedurch Eerriehlorid (blaue Färbung) nachweisbar sind.
Tannon wird vom Magen aus nicht, dagegen vom Darm resorbirt. Der Harn giebtnach Tannongebrauch mit gesättigtem Bromwasser den für das Urotropin bekanntenorangegelben Niederschlag. Man giebt es Erwachsenen 3—4 mal täglich zu 1,0 g, Kindernzu 0,2—0,5 g als adstringirendes Mittel bei Darmerkrankungen, z. B. hei akuten Darm-katarrhen, Typhus.
+ Chloral-Hexamethylendiamin. D.R.P. 87993. (Formel?)
Entsteht durch Einwirkung von Hexamethylentetramin auf Ohloral. Farblose, bei139—140° C. schmelzende Nadeln, die beim Erwärmen mit Säuren in Formaldehyd undChloral zerfallen. Vorsichtig aufzubewahren. Die Indikationen und die Dosirungsind noch nicht festgestellt.
IV. Ferrostyptinum. — Eichengrün . Die Angabe Aufrechts , dass das Präparataus Ammonium-Ferrichlorid und Acetanilid bestehen solle, bat sieb als nicht zutreffend er-wiesen. Ein uns vorliegendes Präparat ist ein Doppelsalz von salzsaurem Hexametbylen-tetramin-Ferrichlorid. (CII^N,. HCl. FeCl,. Mol. Gew. = 339.
Zur Darstellung mischt man eine Lösung von 14,0 Th. Hexamethylentetramin in14,6 Th. Salzsäure von 25 Proc. mit 56,0 Tb. Eisenchloridlösung (spec. Gew. 1,280—1,282).Diese Mischung giesst man in die 4—5 fache Menge Alkohol ein, sammelt die ausgeschie-denen Krystalle und trocknet sie nach dem Absaugen bei gewöhnlicher Temperatur.
Gelbbräunliche, würfelförmige Krystalle, vom Schmelzp. 111° C., unlöslich in kaltemAlkohol, Aether und Aceton, in Wasser leicht löslich zu einer bräunlichgelben, klaren,sauer reagirenden Flüssigkeit, in welcher Silbernitrat einen weissen Niederschlag (AgCl)erzeugt. Die Lösung trübt sich beim Erhitzen. Durch Erwärmen mit Ammoniak wirddas gesammte Eisen als Ferrihydroxyd gefällt. Der Gehalt an metallischem Eisen beträgt rech-nerisch 16,5 Proc., an Eisenoxyd 23,6 Proc. Thatsächlich enthält das Präparat rund 22—23 Proc.Eisenoxyd, entsprechend etwa 15—16 Proc. metallischem Eisen. DurchErwärmen mit Säurenwird aus der wässerigen Lösung Formaldehyd abgespalten, und nach darauffolgendemUebersättigen mit Natronlauge wird beim Erwärmen Ammoniak in Freiheit gesetzt.
Das Ferrostyptin besitzt antiseptische Eigenschaften; es wird ferner als Stypticuman Stelle des Eisen Chlorids, namentlich in der Zahnheilkunde verwendet; im Gegensatzzum Eisenchlorid wirkt es nicht ätzend, sondern nur styptisch.
Hirudo.
Gattung der Kieferegel (Gnathobdellidae), Unterfamilie der Discophora oderHirudinea. Sie bilden die höchst organisirte Klasse der Plattwürmer (Platoda).
Hirudines (Austr. Germ.). Hirudo (Brit. Helv.). Blutegel. — Sangsue medici-nale (Gall.). — Leeclies.
Als Blutegel im engeren Sinne bezeichnet man diejenigen Arten, bei denen dieZähne der Kiefern so zahlreich vorhanden und so fein sind, dass sie beim Anbeissen nur eineseichte und leicht vernarbende Wunde verursachen. Andere Arten, die vermöge der vielgrösseren Zähne tiefere Wunden verursachen oder wegen der stumpferen oder fehlendenZähne überhaupt kein Blut saugen können, sind nicht zu verwenden.