IK. Von der Bräune oder dem Halsweh
Die« ist eine gefährliche und schwer zu kurirende Krank-heit; denn mit Gurgeln und Spritzen kann man dem Biehenicht wohl beikommen, und wenn die Halsvrüsen so ent-zündet und angeschwollen sind, daß das Vieh nicht mehrschlucken kann, so ist das Uebel groß.
1) Das Erste und Nöthigste ist, daß man dem Vieheeine Halsader öffnet, und etliche Pfund Blut abzapft.Diese Aderlässe muß man nach befindenden Umständen wie-derholen.
2) Man giebt dem Viehe häufig Klistiere von Ta-backsblättern, worin Essig und etwas Salpeter gemischtist. Wenn eS nicht genug wirkt, mischt man auch Seifedarunter.
S) Kann eS noch schlucken, so gebe man ihm einLaxier von 2 Loth Aloe und S Loth Bittersalz in Wasseraufgelös't.
4> Da» Maul wasche man fleißig mit gutem Wein-essig, in welchen Honig, ein wenig Kampher und Salpetergemischt ist, tüchtig aus, und wären Blattern darin, soöffne man sie. Auch suche man dem Thiere von Zeit zuZeit oder beim Auswaschen des Maules von diesem ver-mischten Essig beizubringen. Man kann auch ein weniglaues Wasser darunter mischen, so kann ihn daS Thier bes-ser hinunterschlucken.
Täglich Z bis 4 mal schütte man, wenn eS angeht,«in halbes Quartier saure Milch mit 2 Loth Salpeter demThiere ein. Auch Honig und Salpeter suche man in Was-ser zu geben.
S) Man kann auch Blutegel an den HalS setzen oderBlatternpflaster auflegen und an mehreren Orten Haarseileziehen, die man mit der Aegyptischen Salbe bestreicht, da-mit sie schneller wirken.
K) Muß man sich mit Schmieren behelfen, so nimmtman ein halbes Pfund Leinöl und mischt I Loch Salmiak-geist, 1 Loth Kamphergeist und 1 Loth Bleiesstg darunter,schmiert den HalS warm damit und bindet ihn mit Tü-chern zu.
Man koche auch etliche Hände voll rohe Gerste miteiner Hand voll Flachssamen, seihe es durch, mische