ZV. Von der Nachgeburt.
Ist eine krampfhafte Zusammenzikhung deS Mutter-halses die Ursache, daß die Säuberung nicht abgehenkann, so kann man es leicht mit einem mit O>l bestri-chenen Finger bemerken. In einem solchen Falle mußman folgendes Klistier einspritzen: man nehme eine Handvoll Eibischwurzel, eine Hand voll Flachßsamen, kochees in l Quartier W>sser und mische, wenn es durch-geseiht ist, t Glas voll Leinöl darunter.
Im andern Falle aber faßt man die Nabelschnurmit der linken Hand, und holt mit der rechten Hand,die man mit Butter oder Oel beschmiert, die Nachge-burt heraus. Aber die Nägel an den Fingern müssenbeschnitten sein, damit ja nichts verletzt werde.
Zuweilen bleibt die Nachgeburt sitzen und fällt erstam zweiten Tag von selbst weg. geschieht dies abernicht, so gebe man der Kuh ein Loth gepulverte weißeJngwerwurzel oder 2 Loth Theriak mit einer Flaschegutem Bier ein. Sollte sie in der Zeit von 24 Stun-den, nach der Eingabe d eses Mittels nicht abgehen, sokann man sie gelinde herausziehen, da sie sich bann ab-gelöst haben wird.
Von dem Vorfall des Tragsackes.
Wenn bei einer schweren Geburt der Tragsack vor-fällt, so benetzt man seine Leinwand mit lauer Milch,und schiebt damit denselben vorfichtiq zurück. Alsdannspritzt man von folgendem Alistier 1 Orth in den Trag-sack und dies kann man täglich Z bis 4 mal wiederholen.
Man nimmt etliche Stück Knoblauch, zerstößt sieund kocht sie ein wenig in süßer Milch. AlSdann mischtman 2 Löffel voll guten Weinessig darunter, läßt eSnoch ein wenig kochen, seihet es durch, und lös't nochI Loth gereinigten Salpeter darin auf.
Ooer man koche eine Hand voll Salbeiblätter ineinem halben Quartier Wasser, und spritze etliche maldavon in den Tragsack.
Will er nicht zurückbleiben, so spritze man von fol-gendem etliche Tage lang ein: man nimmt l QuartierLöschwasser, koche darin 8 Loth eichenes Lohmehl 2 Händevoll Wermuth, I Quentchen Opium, und seihet es durch.