Die gewöhnlichsten Krankheitendes Rindviehes.
I. Die Lungenfeuche.
t^aS an der Lungenseuche leidende Rindvieh läßt öfterseinen kurzen, dumpfen, wenig bemerkbaren Husten hören,der mit dem Steigen der Krankheit häufiger wird unddie Thiere sehr angreift.
Erreicht die Krankheit einen höhern Grad, so fangendie Thiere an zu stöhnen, werden sehr schwach, eS er-folgt starkes Geifern, auch nicht selten Erbrechen undAufblähen. Der Mist wird entweder sehr trocken oderregelwidrig dünn ausgesondert, und aus der Nase fließtein mit Blut vermischter zäher Schleim.
Die Freßlust nimmt bei allem Rindvieh ab, nachder Heftigkeit der Krankheit mehr oder weniger, amliebsten fressen sie noch etwas gutes Heu und Hafer,zerschnittene ungekochte Kartoffeln, oder Rüben, nurdürfen letztere nicht verdorben sein.
Der Husten wird immer schwacher, hört endlich, so wiedie Freßlust, ganz auf, und der Tod ist dann nicht mehr fern.
Häufig pflegen die Kühe, wenn diese Seuche herrscht,zu verkalken, und je früher dieses geschieht, desto besser, dennhiermit wird die Krankheitsmaterie zugleich ausgeworfen.
Als in der Regel tövtliche Zeichen bei dieser Krank-heit sind: eingefallene Augen, stieren Blick, daS AuS-fließen einer eiterähnlichen Flüssigkeit aus der Naf«,gänzlicher Mangel an Freßlust» Schäumen, Geifern, Stöh-nen, stinkender Athcm, Unempfmvlichkeit des KörperS,wenig oder gar kein Gefühl bei Legung der Haarseile,wenig hiernach eintretende Geschwulst, das Auslaufeneines stinkenden Wassers, wässerige Geschwülste am Halseund an der Brust, angelaufene Beine u. s. w.
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