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Kleines Arzneibuch gegen innerliche und äußerliche Krankheiten des Rindviehes, der Schafe und Schweine, enthaltend eine Sammlung bewährter und erprobter Arznei-Vorschriften
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Zugleich giebt man ihm einen schweißtreibendenThee; man brühet nämlich etliche Hände voll Hollunder-blüthe mit einigen Quartier siedendem Wasser ab, decktes zu und giebt dem Liehe orthweise davon.

Ist der Keichhusten trocken, so kocht man etlicheHände voll Eibischkraut, Käfepapeln mit der Blütheund Klettenwurzeln in I Quartier Wasser, mischt Ho-nig darunter, und giebt dem Viche orthweise davon.

Oder man nimmt zwei Loth Meerzwiebeln, 3 LothFallkraut mit den Blumen, Z Loth wilden Senf, pul-vensirt Alles, macht es mit Honig zu einer Latwerge,und giebt täglich 3 Löffel voll davon. Oder man gebereichlich Zwiebelfast, und noch besser Meerzwiebe'saft mitHonig. Oder man nimmt 4 Loth Aronswurzel, 4 LothAlantwurzel. 3 Loth Ammoniakaummi und K Loth Glau-bersalz, und giebt pulverisirt täglich 4 Löffel voll davonin Wasser ein.

Giebt aber das Vieh eine zähe Feuchtigkeit bei demKeichhusten von sich, so muß man den Schleim nochmehr aufzulösen suchen. Zu dem Ende nimmt manPech und Wachs, wirft davon auf glühende Kohlen,räuchert damit den Stall ganz auS und stellt sich sozu dem kranken Viehe, daß es den auflösenden Harz-dampf reckt einathmet.

Noch wirksamer wird dieser Dampf, wenn man demThiere ein Tuch über den Kopf hängt, und ihm dieRauchpfanne unter den Kopf stellt.

Dieser auflösende Dampf kommt dann auf dem kür-zesten Wege durch daS Athmen in die Brusthöhle, undmacht gute Wirkung. Uebrigens kann man die vorge-schriebenen Arzneimittel auch hierbei brauchen, weil sieauflösend sind. Ooer man kann auch folgendes Mittelbrauchen: Man nimmt I Loth Meerzwiebeln, 1 LothKnoblauch, zerstößt es und kocht es in einem QuartierWasser, oder besser in Milch, daß es nur etliche malaufwallt, seihet es durch und läßt noch I Loth gereinig-ten Salpeter darin zergehen.

Gut ist es, wenn man etliche Löffel voll Honig,der mit Wass-r verdünnt ist und worin man ein weniggereinigten Salpeter auflöst, dem Viehe lauwarm ein-giebt.