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Cannabis sativa Linn.
Tafel 129.
Einjähriges Kraut mit spiralig gestellten, gefingerten Blättern, borstig und mehr oder minder drüsigbehaart; BlUthen eingeschlechtlich, zwei-, selten einhäusig.
Cannabis sativa Linn. Spec. pl. ed. I. 1027; Gärtn. Fr. I. 357. t. 75. fig. 1; Schkuhr, Handb. III.t. 325; Plenck, Offiz. Pfl. t. 706; Lam. Encycl. t. 814 ; Hayne, Arzneigew. VIII. t. 35; Nees, Düsseid.Pfl. t. 102; Guimp. u. Schlechtend. Pfl. Pharm. II. 90. t. 175; Nees, Gen. pl. germ. III. t. 9 ; Koch,Syn. 636; Dietr. Fl. Boruss. X. t. 720; Reichenb. Fl. Germ. t. 655; Ledeb. Fl. Ross. III. 634; Godr.et Gen. Fl. Fr. III. 112; Willk. et Lange, Prodr. Fl. Hisp. I. 254; Boiss. Fl. Orient. IV. 1152; Parlat.Fl. Ital. IV. 3Q6; Aschers. Fl. Mark Brand. 611; Garcke, Fl. Deutschi. ed. XVII. 538 (Abb.); Bergu. Schmidt, Dar st. u. Beschr. t. XIX b -; Bentl. and Trim. Med. pl. t. 231; Köhler, Medizin. Pfl. t. 13;Hook. fil. Fl. Brit. Ind. V. 1874; Batt. et Trab. Fl. d'Alg. 809; Flück. and Hanb. Pharmacogr. 491;Flück. Pharmacogn. 294 et 859; Baill. Bot. med. 1000. Fig. 2802—2809; A. Meyer, Drogenkunde II. 454.
Hanf', englisch: Hemp\ französisch: Chanvre.
Die weisse Pfahlwurzel ist wenig verzweigt und etwas fleischig.
Der Stengel ist straif aufrecht, unten einfach, dann mehr oder weniger, in der weiblichen Pflanzestets dichter verzweigt; er erreicht eine Höhe von über 3 m und einen Durchmesser bis zu 5 cm; erkann aber bei guter Cultur die doppelte Höhe gewinnen (z. B. in China); er ist undeutlich gekantet undgestreift und namentlich in den jüngeren Theilen mit anliegenden, kurzen, gekrümmten, etwas steifen,einfachen, einzelligen Haaren bekleidet, zu denen namentlich in den wärmeren Gegenden noch Köpfchen-drüsen treten.
Die Blätter sind oben spiralig angereiht, während sie unten kreuzgegenständige Stellung aufweisen;sie werden von einem kräftigen Stiele getragen, der kürzer als die Spreite, wie die jüngeren Theile desStengels behaart ist und oberseits von einer seichten Regenrinne durchzogen wird. Die Spreite ist meistfünffach, aber bisweilen bis neunfach gefingert; nach oben hin im Blüthenstande vereinfacht sie sich, sodass dreigliedrige, endlich einfache Blätter erscheinen. Die Blättchen sind sitzend, lanzettlich, an beidenSeiten zugespitzt oder unten spitz; oberseits sind sie dunkelgrün, nach dem scharf gesägten Rande hinpapillös, endlich von sehr kurzen Haaren rauh, unterseits sind sie hellergrün und angedrückt behaart.Die Nebenblätter sind frei, pfriemlich, zugespitzt und fein behaart.
Männliche Blüthen: Der BlUthen stand ist achselständig; er bildet eine Doppelrispe, indem die Haupt-axe verkümmert und nur als ein kleines Spitzchen erkennbar bleibt; seitlich aber, ohne dass Vorblätter derHauptaxe bez. Deckblätter für sie vorhanden sind, zwei Rispen treten. An der verlängerten Axe jeder ein-zelnen Rispe stehen Deckblätter, aus welchen kleine Dichasien hervortreten, die endlich durch Verarmungwickelig enden. Durch die Verkleinerung der Laubblätter an der Hauptaxe, die schliesslich schwinden,so dass nur die Nebenblattpaare übrig bleiben, wird am Ende der Hauptaxe und der Seitenzweige eineechte Rispe gebildet. Die Blüthen werden von einem Stielchen getragen, das nicht ganz so lang wiesie selbst und im oberen Drittel gegliedert ist. Die grünliche Blüthenhülle ist c. 5 mm lang; sie bestehtaus 5 lineal-lanzettlichen, spitzen Zipfeln und ist aussen sehr fein und angedrückt behaart. Die 5 Staub-gefässe sind solang wie die Blüthenhülle; die Fäden sind sehr kurz; die linealischen Beutel sind spitz,etwas gebogen und springen von der Spitze her mit 2 nach innen gewendeten Spalten auf. Die Pollen-körner sind kugelförmig, kaum körnig und werden von 3 breiten Meridionalfalten durchzogen. Ein Stempel-rest ist nicht vorhanden.
Weibliche BlUthen: Der Blüthenstand ist dadurch von dem männlichen durchaus verschieden,dass sich die Hauptaxe jedes Zweiges entwickelt und zu einem laubigen Triebe wird, dessen Blätter den-selben Ausbildungsgang einhalten, wie die des Haupttriebes. Die beiden Vorblätter sind entwickelt und