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3 (1899) Die Choristopetalen. 2
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Beta vulgaris Linn. yar. Rapa Dumort.

Tafel 127.

Wurzel sehr gross und dick, spindelförmig, weiss; Blätter gestielt, oblong eiförmig, spitz, am Grundein den Stiel zusammengezogen, am Rande wellig.

Beta vulgaris Linn. Spec. pl. ed. I. 222, var. Rapa Dumort.; Koehler, Mediz. Pfl. t. 55.

Zuckerrübe ; englisch: Sugar Beet-rave ; französisch: Better ave ä sucre ou de Silesie.

Die Zuckerrübe entwickelt im ersten Jahre eine starke, spindelförmige, weisse, oben grünlich-braungefärbte, fleischige und sehr zuckerreiche Pfahlwurzel von Handlänge und 68 cm Durchmesser, welchesich nicht gleichmässig verzweigen, sondern nur dünne Wurzeläste treiben soll. Auf ihr sitzt eine Ro-sette von Blättern; erst im folgenden Jahre soll sie dann den blühenden Stengel entwickeln; es kommtaber auch vor, dass dieser bereits im ersten Jahre durchgeht.

Die Grundblätter der Rosette sind spiralig angereiht, ziemlich lang gestielt; der Stiel ist fleischig,halbcylindrisch, oberseits flach oder etwas gerundet, unterseits ist er gestreift. Die Spreite ist oblongeiförmig, spitz oder stumpflich, am Grunde gestutzt oder etwas herzförmig und in den Stiel zusammen-gezogen, kahl, frisch grün und glänzend, am Rande ganz, aber etwas gewellt; sie wird von starkenNerven durchzogen, die am Grunde genähert sind und unterseits stark vorspringen; zwischen den Venenist die Spreite oft blasig nach oben gewölbt; Nebenblätter fehlen.

Der Stengel ist straff aufrecht, unten einfach, in der Blüthenregion aber reich in steife, gerade,wenig spreizende Aste aufgelöst; er ist gekantet und stark gerieft, vollkommen kahl. Die Stengel-blätter haben im Allgemeinen die Form der Grundblätter, nur sind sie kleiner und verhältnissmässigkürzer gestielt, oben gehen sie allmählich in Hochblätter über.

Der Blutenstand ist eine sehr grosse, reichbliithige Rispe, welche aus langen, ruthenförmigen,ährenartigen Zweigen aufgebaut wird, die ziemlich dicht spiralig angereiht sind. Die Zweige tragen inunten lockerer, oben dichterer Anreihung nicht einzelne Blüthen, sondern cymöse, sitzende, zwei- bis drei-blüthige Köpfchen, welche von einem kurzen, linealischen, spitzen, zwischen den paarigen Blüthen sitzen-den Deckblatte gestützt werden. Wenn drei Blüthen vorhanden sind, so hat die eine die Stellung einerMittelbliithe, unterhalb deren und mit welcher verwachsen die paarigen Blüthen stehen.

Blüthen durch Fehlschlag getrenntgeschlechtlich, fünfgliedrig. Beide Geschlechter sind ziemlichgleich gebaut.

Der Fruchtknoten ist halb unterständig mit einer sehr niedrigen Höhlung; an der Seite ist diecampylotrope Samenanlage mit sehr kurzem Samenstrang angeheftet, sie liegt mit der flachen Seite demBoden auf; in der männlichen Blüthe ist sie kleiner und entwickelt sich nicht. Die Blüthenhülle istfünfblättrig; die Blätter sind kahnförmig ausgehöhlt, auf dem Rücken gekielt und grün, nach den Rändernverblassen sie. Die Staubgefässe stehen vor den Blumenblättern; die Fäden sind etwa so lang wie dieBeutel und am Grunde zu einem nur schwach vortretenden, drüsigen Ringe verbunden; oben sind sie ge-gliedert; die ellipsoidischen Beutel springen auf der Innenseite mit Längsspalten auf; in der weiblichenBlüthe sind sie mehr oder weniger verkümmert. Auf dem oberständigen, kegelförmigen Theile des Frucht-knotens sitzen 3 (selten 4) eiförmige, spreizende, innen papillöse Narben; in der männlichen Blüthe stehensie aufrecht, sind nicht papillös und zweifellos nicht empfängnissfähig.

Die Frucht ist eine knochenharte Nuss, welche mit einem elliptischen oder kreisrunden Deckelaufspringt. Der Grund der Blüthe erhärtet ebenfalls, dabei verbinden sich die Blüthen des Knäuls injeder Blattachsel zu einem Ganzen, welches von der Spindel abfällt; die Blüthenhülle bleibt auf jederKapsel sitzen.

Der Same ist linsenförmig, von fast kreisrundem Umfang und etwas geschnäbelt; er ist spiegelndglatt und dunkelbraun. Der Keimling ist fast kreisförmig gekrümmt, die Keimblätter liegen flach an-einander; er umgiebt das mehlige Nährgewebe.