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llheiim palmatum L. var. Tanguticum Rgl.
Tafel 126.
Grundblätter tief eingeschnitten, die Einschnitte wieder doppelt gelappt, Stengelblätter einfacher;BlUthen sehr klein, gelblich weiss; Früchte roth.
Rheum palmatum Linn. Syst. X. 1010, var. Tanguticum Maxim, in Gartenfl. XXIII. 305 (Abb.),I. c. XXIV. 3. t. 819,- Regel l. c. XXXI. 819; Bentl. and Trim. Med. pl. t. 214; Köhler, Mediz. Pfl.t. 163; Baill. Bot. med. 1337. Fig. 3344; Fliick. and Hanb. Pharmacogr. 450.
Rhabarber ; englisch: Rliubarb\ französisch: Rhubarbe.
Kurz nachdem die Keimung des Samens erfolgt ist, schwillt der obere Theil der Pfahlwurzel sowiedas hypokotyle Glied spindelförmig an und beide bilden gewissermassen einen Grundstock, auf dem sichdas zwischen den Keimblättern gelegene Stämmchen mächtig entwickeln kann. Das untere Ende derPfahlwurzel stirbt bald ab und aus dem oberen Theile treten im ersten Jahre 5—6 Zweige. DieHaupt-axe bleibt immer gestaucht, sie erzeugt im ersten Jahre 5—6 Blätter, die spiralig angereiht sind. Aufder kurzen Axe sitzt dann eine ansehnliche, endständige Blattknospe; unter ihr befinden sich, von denScheidenresten der ersten Laubblätter verdeckt, Seitenknospen, je eine aus der Achsel eines Laubblattesentsprossen. Alle diese Knospen treiben im nächsten Frühjahre aus; in dem zweiten Jahre wächst dieAxe kräftig heran und entwickelt sich in den folgenden beiden so weit, dass sie im vierten bis fünftenJahre blühbar wird. Die immer gestaucht bleibende Axe kann mit dem gleichsinnig angeschwollenenWurzelstück mehrere Kilogramm schwer sein. Nachdem die Hauptaxe einen verlängerten Stengel mitdem Blüthenstande getrieben hat, stirbt sie im Herbste ab und an ihre Stelle treten in den folgendenJahren die mittlerweile zu ähnlicher Stärke herangewachsenen Seitenaxen, die aus den Achseln der Grund-blätter hervorgegangen sind.
Der Stengel ist bis über 2 m hoch; er ist straff aufrecht, hohl, wenig verzweigt und mit einigen spiralangereihten Blättern versehen, die kleiner und einfacher gestaltet sind als die Grundblätter; er ist starkgerieft, kahl und krautig, nicht eigentlich verholzt. Die Grundblätter werden von einem bis 30 cmlangen, fleischigen, gestreiften, unten verbreiterten Stiele getragen, der einem grossen, stengelumfassenden,aber von den folgenden Blättern aufgespaltenen Nebenblatte aufsitzt; er ist nicht eigentlich behaart, son-dern wie die Blattoberseite mit kurzen Papillen besetzt, die ihm eine gewisse Rauhigkeit verleihen. DieSpreite ist tief, bis auf das untere Fünftel, handförmig getlieilt, die Lappen sind wieder fast fiederförmigeingeschnitten und diese Abschnitte können nochmals gelappt oder sehr grob gesägt sein. Die Unterseitedes Blattes ist mit etwas längeren Haaren bekleidet. Die Grösse der Blätter kann bis 75 cm im Durch-messer erreichen. Die Stengelblätter sind um vieles kleiner, schliesslich kaum noch 10 cm lang und6—7 cm breit; sie sitzen mit ihren verhältnissmässig langen, zierlicheren Stielen einer mehr oder wenigerhoch röhrenförmig geschlossenen, oben schief zugespitzten, dünnhäutigen Röhre auf (Blattstiefel- oderTute, Ochrea), welcher Nebenblattnatur zukommt.
Der Blüthenstand erreicht eine Länge von 50 cm; er ist eine reichverzweigte, ausserordentlichvielblüthige Rispe, in der die laubigen Blätter sich allmählich zu kurzen Hochblättern umbilden. DieBlUthen treten an den Zweigen letzten Grades aus häutigen, kurzen, halbstengelumfassenden Deck-blättern hervor; sie stehen zu 5—8 biischelig bei einander und stellen seriale Blüthenschaaren dar, d. h.unterhalb der Primärblüthe entstehen als absteigende Beiknospen in zickzackförmiger, zweireihiger An-ordnung immer neue Blüthen. Die Bliithenstielchen sind haarförmig, 3—4 mm lang, sehr fein, aberdicht, mit kurzen Papillen besetzt, die nur mit Hülfe der Lupe sichtbar sind; im oberen Drittel sind siegegliedert und hier brechen die meisten Blüthen ab. Die Blüthenhülle ist kurz kreiseiförmig und tief6 lappig, die Lappen sind ziemlich gleich, oblong, stumpf, kahl und gelblich. Staubgefässe sind 9 vor-handen, von denen 3 (äussere) Paare den äusseren, die einzelnen (inneren) den inneren Hüllzipfeln gegen-