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3 (1899) Die Choristopetalen. 2
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MAL VA Linn.

Blüthen aktinomorph, fünfzählig, vollständig, zwittrig. Hüllkelch dreiblättrig. Kelch tief fünfspaltig,aussen nicht immer dicht filzig. Blumenblätter 5 spreizend oder flach ausgebreitet, schief, in der Knospen-lage gedreht, der Staubgefässröhre angeheftet. Staubgefässe meist sehr zahlreich zu einem Bündel ver-wachsen; Staubbeutel, Stempel, Samenanlagen, Griffel wie bei Althaea. Frucht scheibenförmig, nieder-gedrückt, nicht von der Mittelsäule bez. dem Griffelrest überragt; Kokken oft gekantet und netzigsculpturirt. Behaarte, später oft verkahlende, selten mehr filzige Kräuter oder Stauden mit gelapptenoder tiefer eingeschnittenen Blättern. Blüthen einzeln in den Blattachseln oder wickelige Gruppen bildend,selten in wirklichen Trauben.

Etwa 30 Arten in der nördlich gemässigten Zone; einige sind durch Verschleppung weit verbreiteteUnkräuter geworden.

Malva neglecta Wallr.

Tafel 104.

Einjährig oder ausdauernd mit einzelnen oder zahlreicheren Stengeln von der Pfahlwurzel ausgehend,behaart, Blumenblätter zwei- bis dreimal länger als der Kelch, hellrosa oder weisslich, dunkler geädert,an der Spitze tief ausgerandet; Theilfrüchtchen auf dem Rücken schwach gerunzelt.

Malva neglecta Wallr. in Syllog. Ratisb. I. 140 [1824); Aschers. Fl. Mark Brandenb. 107; Garcke,Flora von Deutschi. ed. X. VII. 107.

Malva rotundifolia Linn. Spec. pl. ed. I. 688 (z. Th.); Cavan. Dissert. 79. t. 26. fig. 3; Fl. Dan. V.t. 721; Schrk. Fl. Monac. IV. t. 373; Hayne, Arzneigew. II. t. 27; Guimp. u. Schlechtend. Pfl. Pharmac.t. 79; Nees, Düsseid. Abbild, t. 412; Dietr. Fl. Bor. III. t. 190; Godr. et. Gren. Fl. Fr. I. 291; Ledeb.Fl. Boss. I. 435; Boiss. Fl. Orient. I. 820; Hook. Fl. Brit. Ind. I. 320.

Malva vulgaris Fries, Novitiae Fl. Suec. ed. II. 219 (1828); Reichb. Icon. Fl. Germ. t. 167. fig. 4836;Parlat. Fl. Ital. I. 55; Flück. Pharmacogn. 631; Arth. Meyer, Drogenk. II. 204.

Malva littoralis Dethard. in Reichb. Fl. Germ, excurs. 771; Fl. Germ. Icon. V. 53. t. 167. fig. 4837.

Althaea vulgaris Alef. in Oestr. bot. Zeitung XII. 261 (1862).

Gemeine Malve oder Kässelpappel; französisch: Mauve ä feuilles rondes; englisch: Common malloio.

Die Pfahlwurzel der einjährigen Pflanze ist gewähnlich kaum dicker als ein Gänsekiel, wenig ver-zweigt, weiss; dauert die Pflanze aber aus, so kann jene bis zur Dicke eines kleinen Fingers heranwachsen;im ersten Falle sendet der am Boden niederliegende Stengel am Grunde spärliche Zweige aus, die sichwie jener nur an den Spitzen etwas erheben; bei der ausdauernden Pflanze entsteht eine bleibende Grund-axe, welche aus den Achseln der untersten Blätter zahlreiche strahlenförmig nach allen Richtungen gehendeStengel hervortreibt; diese sind stielrund, krautig, nur am Grunde schwach verholzt, an den Enden ziemlichdicht, weiter unten spärlicher rauhhaarig, oben graugrün, unten mit hellgelbbrauner Rinde versehen.

Die Blätter sind lang, zuweilen sehr lang (bis 20 cm) gestielt; der Stiel ist oberseits schwach aus-gekehlt und spärlich, oben aber stärker behaart. Die Nebenblätter sind bis 6 mm lang, schief oblong,spitz, schwach behaart, krautig, sie vertrocknen schliesslich und bröckeln ab. Die Spreite ist nierenförmigmit fast kreisrundem Umfang; sie hat einen Durchmesser bis zu 6 cm, ist schwach fünf- bis sieben-lappig, mit gerundeten Lappen, am Rande spitzlich gekerbt; sie ist namentlich am Ansatz des Blattstielesund an der Bucht stärker, sonst beiderseits spärlich behaart, fast kahl, dünn krautig und grün; sie wirdvon 7 handförmig gestellten, beiderseits vortretenden Nerven durchzogen.

Die Blüthen sind lang (bis 2 cm) gestielt, dabei wächst der dünne, drehrunde, behaarte Stiel späterbis zu 3 cm heran; sie sitzen gebüschelt in den Blattachseln; die Büschel sind zusammengedrängte

Berg u. Schmidt, Officinelle Gewächse. III. 5