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3 (1899) Die Choristopetalen. 2
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Anmerkung. Die beiden oben erwähnten Varietäten Klanglein (Linum humile Mill., L. crepitans Boenningh.) undder Schliesslein [Linum vulgare Boenningh.) unterscheiden sich sonst noch durch die grösseren und kleineren (8:7 mmlangen) Kapseln und durch gewimperte bez. kahle innere Scheidewände. Der zweijährige Winter lein [Linum usitatissimumL. var. ß. hiemale A. DC.) ist durch zahlreichere, gekrümmte Stengel verschieden.

Der Flachs ist nirgends in wildem Zustande gefunden worden; er wird aber gegenwärtig in allengemässigten Theilen der Erde, bisweilen aucb in wärmeren Gegenden (Ost-Indien) cultivirt: sein Anbaureicht bis in das zweite Jahrtausend vor Chr. und wohl noch weiter zurück. Wahrscheinlich ist er eineCulturform des von ihm wenig verschiedenen und mit ihm durch Übergänge verbundenen, aber aus-dauernden L. angustifolium L., das von den Canarischen Inseln über das Mittelmeergebiet bis zu denAlpen, zum Balkan und bis nach England, ferner bis zum Kaukasus und Libanon verbreitet ist; derschmalblättrige Flachs wurde von den Pfahlbauern cultivirt.

Der Samen der Pflanze ist als Semen Lini officinell. Das aus dem Samen gepresste fette Öl, dasLeinöl, Oleum Lini , findet medicinische Verwendung, ebenso werden die von der Olbereitung herstammen-den Pressrückstände, die Leinkuchen, als Placenta Seminis Lini in der Heilkunst angewandt.

Erklärung der

Fig. A. Der obere Theil einer blühenden Pflanze.

Fig. B. Die Bliithenknospe, 3 mal vergrössert, um dieKnospenlage von Kelch [a) und Blumenkrone [h) zuzeigen.

Fig. C. Das Kelchblatt, 6mal vergrössert.

Fig. D. Das Blumenblatt, 3 mal vergrössert.

Fig. E. Die Bliithe, von der Kelch und Blumenkrone ent-fernt sind, 4mal vergrössert: c. Staubgefässe, d. Sta-minodien, e. Fruchtknoten, /. Stempel.

Fig. F. Der Staubbeutel, 8mal vergrössert, von aussen undinnen betrachtet.

Fig. G. Pollenkörner, stark vergrössert.

Fig. H u. L. Der Stempel, 5mal vergrössert, mit sprei-zenden und eingerollten Griffeln.

Fig. K. Der Fruchtknoten im Längsschnitte, 10 mal ver-grössert: g. die Mittelsäule; k. die Samenanlage;r. der Pollenleiter.

Abbildungen.

Fig. L u. Z 2 . Querschnitt durch denselben: h. echte, i. faslche

Scheidewand.

Fig. M. Derselbe, stärker vergrössert.

Fig. N. Derselbe, schwächer vergrössert.

Fig. O. Die Frucht, natürliche Grösse.

Fig. P. Dieselbe, 3mal vergrössert: v. Fruchtklappe.Fig. Q. Dieselbe im Querschnitt, 4 mal vergrössert: Z.Same.Fig. jR . Der Same, natürliche Grösse.

Fig. S. Derselbe, 4mal vergrössert: m. Nabel, n. Micropyle.Fig. T. Derselbe im Längsschnitt, parallel den Keim-blättern: o. Samenschale; p. Würzelchen; q. Keim-blätter.

Fig. U. Derselbe, senkrecht auf die Keimblätter.

Fig. V. Derselbe im Querschnitt.