Citrus vulgaris Risso.
Tafel 10J.
Baumartig; Blattstiel breit geflügelt; Blüthen rein weiss, Staubgefässe in geringerer Zahl; Früchtegedrückt kugelförmig, ohne Zitzenwarze, mit bitterem Fruchtfleisch.
Citrus vulgaris Risso in Annal. mus. XX. 190; P. DC. Prodr. I. 539 ; Wight, Icon. III. t. 957;Berg u. Schmidt, Darstell, u. Beschreib. XXXI'; Bentl. and Trim. Med. pl. t. 50; Köhler, Medizinalpß.t. 2; Flück. and Hanb. Pharmacogr. III; Flück. Pharmacogn. 837 ; Arthur Meyer, Drogenk. II. 408.
Citrus aurantium var. a Linn. Spec. pl. ed. I. 782; Plenck, Icon. t. 580; Gallesio, Trait. Citr. t. 122;Descourtilz, Fl. Ant. I. t. 38; Nees, Düsseid. Abbild, t. 425; Hayne, Arzneigew. XI. t. 28; Guimp. u.Schlecht. Pflanz. Pharmac. I. 142. t. 71; Brand. For. Fl. 53; Hook. fil. Fl. Br. Ind. I. 515; Kurz, For.Fl. Brit. Burm. I. 197.
Citrus Bigaradia Duham. Tr. arbr. ed. II. t. VII. 99; Tuss. Fl. Ant. III. t. 15; Baill. Bot. med.II. 864. flg. 2254—2255.
Bitterer Apfelsinen- oder Pomeranzenbaum ; englisch: Bitter orange tree\ französisch: Bigaradier.
Der Baum wird in Europa bis 13 m hoch und hat eine reich verästelte, mehr oder minder kugel-förmige, dichte Krone; die Binde ist verhältnissmässig sehr dünn, bräunlich oder dunkler; das Holz istschwach gelblich, schwer, weich und gleichmässig; die jungen Aste sind grün.
Die Blätter sind denjenigen der Citrone ähnlich, aber kürzer (meist nur bis 8 cm lang) und ver-hältnissmässig breiter (bis 4,5 cm); sie stehen auf einem etwas längeren, breit geflügelten, spateiförmigenStiele; bezüglich der Textur, Färbung, Dauer und der Bekleidung gilt alles das, was bei der Citronegesagt wurde.
Die Blüthen stehen noch häufiger in kleinen Träubchen bei einander; sie sind deutlich etwas kleinerund aussen rein weiss. Der grüne Kelch hat nur 5—6 mm im Durchmesser und ist flach gezähnt. DieStaubgefässe sind geringer an Zahl (meist sind nicht Uber 20—25 vorhanden); auch sie sind zu breiten,weissen Bändern verwachsen. Der Stempel ist ebenso lang wie die Staubgefässe; der Fruchtknotenist aber gewöhnlich nur achtfächrig; sonst sind Griffel und Narbe gleich denen der Citrone.
Die Frucht ist eine etwas niedergedrückt kugelige Beere, welche gewöhnlich nur 5, bisweilen aberbis 7 cm im Querdurchmesser hat, an der Spitze ist sie flach oder manchmal sogar etwas eingedrückt;die Fruchtschale ist orangeroth, grubig punktirt und mit Oldrüsen bestreut. Das Fruchtfleisch, von der-selben Entstehung wie das der Citrone, ist sehr bitter.
Der Same und der Keimling gleichen denen der Citrone, nur ist die innere Samenschale weiss.
Der bittere Pomeranzenbaum wächst in den heissen Thalgründen am Südabhange des Himalayavon Gurkwal bis Sikkim; auch er wird häufig in Italien und Süd-Frankreich cultivirt und ist bisweilenverwildert.
Anmerkung. Auch die bittere Pomeranze oder Apfelsine ist durch die Vermittlung der Araber über Mesopo-tamien aus Indien nach Europa gekommen. Sie tritt unter dem Namen Narandsch bei ihren Ärzten zuerst im X. Jahr-hundert auf. Diese Bezeichnung ist aus dem Sanskritnamen Narindsch entstanden und die Grundlage aller europäischenBenennungen (Aurantium, Orange, Pomeranze) geworden. Apfelsine aber weist auf China oder Sina hin.
Die unreif vom Baume fallenden, jungen Früchte der Pflanze bilden im getrockneten Zustande dieFructus Auraniii immaturi der Officinen. Als Cortex Aurantii Fructus (Pomeranzenschale) findet die imfrischen Zustande abgezogene, äussere Parthie des Perikarps im getrockneten Zustande Verwendung.
Berg u. Schmidt, Officinelle Gewächse. III.
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