PICRAENA Lindl.
Bliithen aktinomorph, vier- oder fünfgliedrig, vielehig, klein. Kelch freiblättrig, dachziegelig deckend.Die abfallenden, fast klappig deckenden Blumenblätter sind grünlich. Staubgefässe sind nur so vielewie Blumenblätter vorhanden, sie sitzen unter dem schüsseiförmigen, honigabsondernden Polster; Schuppensind am Grunde derselben nicht entwickelt. Die 3 Fruchtblätter, welche der männlichen Blüthe fehlen,sind vollkommen frei und umschliessen eine einzige Samenanlage; Griffel nur am untersten Gunde völligfrei, darüber einfach mit 3 zurückgekrümmten Narben. 1—3 Steinfrüchte von fast kugelförmiger Gestalt sindnur mit geringem Fleische versehen. Der Same sitzt mit einem breiten Nabel an und zwar nahe an derBasis der brüchigen Steinschale; Nährgewebe fehlt. — Sehr bittere Bäume mit spiralig gestellten, unpaariggefiederten Blättern; Blättchen gegenständig, ganzrandig. Die kleinen Blüthen in achselständigen Rispen,welche in kleine Cymen auslaufen.
3 Arten im tropischen Amerika.
Picraena excelsa Lindl.
Tafel 97.
Hoch baumförmig, Blätter unpaarig gefiedert 5—7 jochig, bis auf den Blüthenstand fast stets völligkahl, nur die Blättchen sind rückseits bisweilen sehr fein behaart. Blüthen in reichblüthigen, achselstän-digen Rispen.
Picraena excelsa Lindl. Fl. med. 208; Gieseb. Fl. Br. W.-Ind. 140; Baill. Bot. med. II. 877*);Fluch, and Hanb. Pharmacogr. 118; Flück. Pharmacogn. 497; Bentl. and Trim. Med. pl. t. 57; Köhler,Medizinalpfl. sub t. 151; Arth. Meyer, Drogenk. II. 163.
Quassia excelsa Sw. Prodr. 67 [1788), Fl. Ind. occid. 742; Woodv. Med. pl. V. t. 17; Guimp. u.Schlechtend. Pß. Pharmac. t. 239; Mac fad. Fl. Jam. 198.
Simaruba excelsa P. DO. Prodr. I. 733; Hayne, Arzneigew. IX. t. 16; Nees, Düsseid. Abbild, t. 379.
Picrasma excelsum Planch. in Hook. London jourti. V. 574; Engl, in Natürl. Pflanzenfam. III. (4).222.fig. 129.
Quassia polygama Linds. in Trans. Roy. soc. Edinb. III. 204. t. 6. (1794).
Jamaicensischer Bitterbaum oder Jamaica-Quassia; englisch: Bitter ash; französisch: Quassia jauneoder Ecorcier.
Der Baum, welcher im Aussehen an eine Esche erinnert, erreicht eine Höhe von 20 m und darüber;der Stamm ist vollkommen aufrecht, rund und wird von einer grauen, unten rissigen Rinde bekleidet;das sehr bittere Holz ist weisslich und sehr gleichmässig.
Die Blätter sind spiralig angereiht; sie werden von einem bis 8 cm langen, stielrunden, untenerweiterten Blattstiel getragen, sie sind unpaarig und zwar ohne das Endblättchen vier- bis höchstenssechsjochig gefiedert; die Blättehen sind 5—9 cm lang und unterhalb der Hälfte 2,5—3,5 cm breit, sehrkurz gestielt, eioblong, allmälig zugespitzt, am Grunde mehr oder minder schief abgerundet, ganzrandig,kahl oder rückseits sehr schwach auf den Nerven behaart; sie werden auf jeder Seite des oft röthlichenMittelnerven von 5—6 unterseits stärker vortretenden Seitennerven durchzogen.
Der Blüthenstand ist rispig, seitenständig, beträchtlich kürzer als das Blatt; er verzweigt sichmehrfach gabelig und die Aeste treten sparrig auseinander.
Die Blüthen sind vielehig, männliche und Zwitterblüthen finden sich auf demselben Baume.
Die Kelchblätter sind kaum 1 mm lang, eiförmig, spitz, wie die Axen des Blüthenstandes ausser-
*) Die unter demselben Namen beigefügte Abbildung ist sicher nicht richtig.