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Commiphora Abyssinica Engl.
Tafel 95.
Baum- oder strauchförmig mit nicht selten verdornten Kurztrieben, kahl; Blätter einfach, fast sitzendoder zwei- bis dreizählig und mehr oder weniger gestielt; Blättchen sitzend, oblong, lanzettlich und fastrhombisch, beiderseits zugespitzt, fein oder gröber gekerbt-gesägt; blühende Kurztriebe vielblüthige Büschelbildend; Steinfrucht schief eiförmig bis kugelig, spitz; Steinkern mit kurzer apicaler Furche, Mesocarparillusartig, tief gelappt.
• Commiphora Abyssinica Engl, in Suites au Prodr. IV. 10; Schwfth. in Ber. der deutschen pharmac.Ges. 1893. p. 1.
Balsamodendron Äbyssinicum Berg in Bot. Zeit. 1862. p. 161.
Balsamodendron Kafal Ktli. in Gen. Tereb. 16; Schimp. PI. exsicc. Abyss. n. 1359; A. Rieh. Tent. ß.Abyss. I. 149.
Balsamea Abyssinica Engl, in Bot. Jahrb. I. 41.
Myrrhenbaum; englisch: Myrrh tree; französisch: Arbre de Myrrhe.
Der Baum wird selten über 10 m hoch, entwickelt einen verhältnissmässig starken Stamm und istreichlich verzweigt, seine Binde ist ledergelb bis kastanienbraun, sehr glänzend und das sich ablösendePeriderm bildet papierdünne Blätter, so dass der Stamm mit seinen zahlreichen Lenticellen an den derBirke erinnert; auch strauchartig tritt er auf und bildet dornreiche Gestrüppe mit zahllosen, dünnenlangen Asten.
Die Blätter stehen in spiraliger Folge, an den ruthenförmigen Langtrieben sind sie grösser undmehr gegliedert, als an den aus den Achseln derselben hervortretenden, blühenden Kurztrieben, derenSpitzen gewöhnlich in starre, massig lange, sehr stark stechende Dornen auslaufen. Die grösseren Blättersind ziemlich lang gestielt (bis 1,5 cm), der Stiel wird von einer seichten Regenrinne auf der Oberseitedurchzogen; sie sind nur seltener einfach, meist sind sie dreizählig d. h. das grosse Endblättchen trägtam Grunde zwei um vieles kleinere Seitenblättchen, von denen bisweilen eins fehlt. Jenes ist wie dieeinfachen Blätter 3,5—7 cm lang und in der Mitte 1—2,5 cm breit, sitzend, lanzettlich oder oblong,bisweilen etwas spatelig, beiderseits spitz oder zugespitzt, mehr oder weniger tief gekerbt-gesägt, beider-seits kahl, krautig, es wird jederseits des Mittelnerven von 5—7 wenig vortretenden Seitennerven durch-zogen. Die Seitenblättchen erreichen höchstens eine Länge von 2 cm und eine Breite von 1 cm, meistsind sie aber beträchtlich kleiner; ebenso sind die Blätter der Kurztriebe von erheblich geringerer Grösse.Die Belaubung ist sehr dicht, lebhaft grün und wird vor dem Winter ganz oder fast ganz abgeworfen.
DieBlüthen sind getrennt geschlechtlich, wie es scheint stets zweihäusig, die weiblichen in wenigerreichblüthigen, achselständigen Büscheln als die männlichen; die letzteren gehen aus dicliasialen Verbändenhervor; die Deckblätter und Vorblättchen sind breit dreiseitig eiförmig, spitz, am Bande gefranst, kaumüber 1 mm lang, lederartig, endlich abfällig. Die Blüthen werden von einem nach oben an Dickeetwas zunehmenden und kantigen Stiele getragen, der kaum Uber 2 mm lang ist. Die männlicheBlüthe hat einen 2 mm langen, röhrenförmigen, lederartigen Kelch mit 4 stumpflichen Zähnen, er istvöllig kahl. Die Blumenblätter sind schmal linealisch, an der Spitze sind sie mit einem eingebogenenZapfen versehen, in der Vollblüthe schlagen sie sich im oberen Drittel zurück und nach aussen; am Grundesind sie dem vierzähnigen Discus angeheftet. Staubgefässe sind 8 vorhanden, vier grössere von 4 mmLänge, die den Kelchzipfeln und. vier kleinere von 2,5 mm Länge, welche den Blumenblättern gegenüberstehen; diese sind hinter den Buchten des Discus an demselben angeheftet, während die langen unterden Zähnen des Discus stehen; die lineal oblongen Beutel enden in eine feine Spitze und springen innen-seits mit Längsspalten auf. Die Pollenkörner sind fast kugelrund und fein warzig sculpturirt, mit 3 grossenPoren versehen. Der Kelch der weiblichen Blüthe ist etwas mehr glockenförmig, weil diese dicker ist.Die Blumenblätter sind deutlich kürzer (nur 3,5 mm lang) und breiter, in der Vollblüthe schlagen sie