28
l^
W» '
den, was ihm schädlich, und das zu suchen, was ihmheilsam ist. Dies Vermögen heißt Instinkt. Es ist imhöchsten Grade den Thieren eigen, wo es den Vernunft,Mangel ersetzt, aber auch der menschlichen Natur, in sofern sie thierisch ist, bleibt es. Daher finden wir es inderselben in demselben Verhältniße stärker ausgedrückt,je weniger die Vernunft wirksam ist, und je mehr dieThierheil herrscht; bey rohen Naturmenschen, Kindern,Wahnsinnigen, und in Krankheiten, wo die Animali«tät immer mehr oder weniger prädominirt. — Dadurchentstehen oft so bestimmte und so zweckmäßige Verlangenund Abneigungen, daß durch ihre Befolgung nicht alleindie Heilung der Krankheit bewirkt, sondern auch ihreBeobachtung selbst zur richtigern Erkenntniß der Krank«heit benutzt werden kann. Hier die vorzüglichsten:
i. Die Abneigung von Speisen, und die Begier,de zum Trinken ist der allgemeinste Instinkt bey fieber«haften Krankheiten, und ein großes Mittel zu ihrerHeilung, indem die Speisen hier unverdaut liegen blei-ben, und die Krankheit vermehren würden; hingegenFlüßigkeil ein sehr wesentliches Hülfsmittel zu jeder Fie«berhcilung ist.
2. Bey allen asthenischen Fiebern ist ein großerTrieb zum Wein, und herzstärkenden Dingen und Säuernvorhanden, der um so größer wird, je mehr dieser Zu»stand sich dem faulichten nähert.
Z. Bey allen Krankheiten mit Anhäufung oerdor»bener Galle in den ersten Wegen ist die Begierde zumSauern, und Abneigung von Fleisch vorhanden, undsehr heilsam.
4. Bey Schleimkrankheiten ist Neigung zu salzich-len und scharfen Dingen, welche dabey nützlich sind.
H. Bey Säure und Scharfe im Darmkanal derTrieb zu erdiglen Dingen, welche jene Schärfe absor,biren.
6.