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FERRUM CHLORATUM — CYANATUM.
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mit etwas destillirtem Wasser geschüttelt, so vertheilt er sich darin sehneil undgleichmässig, und das davon abfiltrirte Wasser ist dünnflüssig und lässt beimVerdunsten zur Trockne keinen Rückstand. Der durch Blut gebildete Eisenrostzertheilt sich nicht, sondern giebt kleine zusammengeklebte Massen, die sichauch durch starkes Schütteln nicht zertheilen lassen; das davon abfiltrirte Was-ser reagirt alkalisch, ist klebrig und schäumt beim Erhitzen in einer Glasröhre,so dass es überfliesst; abgedunstet hinterlässt es einen Rückstand, der in derHitze kohlensaures Ammoniak ausgiebt, welches in eine verdünnte Auflösungdes salpetersauren Quecksilberoxyduls geleitet darin einen schwarzgrauen Nie-derschlag erzeugt, wobei, wenn der Masse vor dem Glühen ein wenig Kali undEisen zugesetzt worden, eine Kohle zurückbleibt, welche beim Auslaugen Blut-lauge giebt, die mit Eisenoxydsolution und Salzsäure Berlinerblau giebt. Wirdder an der Luft gebildete Eisenrost mit Salzsäure oder verdünnter Schwefelsäurebehandelt, so erfolgt völlige Auflösung, wogegen der durch Blut entstandeneEisenrost coagulirtes Eiweiss in Flocken ausscheiden lässt. Wird der erstereRost mit Aetzkalilauge gekocht, so erscheint die abgeseihete Flüssigkeit kaumgefärbt und wird durch Säuren kaum merklich getrübt, wogegen die vom Roste,durch Blut gebildet, abgeseihete Aetzlauge eine mehr oder weniger blaue ge-färbte Flüssigkeit giebt, welche mit Säure neutralisirt reichlich Flocken ausschei-den lässt, die abgesondert und auf ihren Stickstoffgehalt wie oben geprüft wer-den können. (Vergl. auch Ohfila in Geiger 's Magaz. 1827. Novbr. S. 162.)
Ferrum chloratum. Chloreisen.
(Ferrum muriaticum oxydulatum. Salzsaures Eisenoxydul. Ferrummuriatifcum. Salzsaures Eisen. Chloretum Ferri. Eisenchlorür.)
Frisch bereitete Eisenchlorürauflösung werde zum Salzhäutchenabgedampft und im Dampfbade (50—60° C. = 10 —48°R.j ausge-trocknet. Die rückstandige zerriebene grünlich gelbe Masse bringesogleich in ein Gefass und bewahre sie in demselben gut verschlos-sen auf.
Dieses Präparat wird bei Liquor Ferri chlorati abgehan-delt werden.
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* Ferrum cyanatum. Cyaneisen.
(Ferrum hydrocyanicum. Cyanwasserstoffsaures Eisen. BlausauresEisen. Berlinerblau. Cyanuretum Ferri cum Cyaneto Ferri.Eisencyanürcyanid.)
Das Berlinerblau wurde im Jahre 1710 von einem Fabrikanten in Berlin,Namens Diesbach, durch Zufall entdeckt. Er sollte eine gemischte Auflösungvon Kochenille, Alaun und Eisenvitriol mit kohlensaurem Kali fällen und erhieltdabei einen blauen Niederschlag. Das hierzu angewandte kohlensaure Kali warvon Diprel geliefert, der sich bei seinen Versuchen zur Darstellung des äthe-risch-thierischen Oels (Oleum animale aelliereum s. Dippelii) desselben bedienthatte. Die Bereitung dieses jetzt allgemein verbreiteten Farbestoffs im Grossengeschieht dadurch, dass getrocknetes Blut, Haare, Hufe oder andere thierischeStoffe mit Pottasche gemengt, in einem Tiegel von Eisen, oder auch mit einem