Beilage II.
Vorrede zur lateinischen Pharmakopoe.
Da die Wissenschaft, sowohl die medicinische als die pharmaceutische,immer neue Fortschritte macht, so ist es nöthig, dass auch neue undverbesserte Ausgaben der sogenannten Pharmakopoen herausgegebenwerden. Deswegen hat Sr. Excellenz Herr Friedrich Eichhorn, demSr. Majestät der König die oberste Leitung der Medicinal-Angelegenheitenin diesen Landen übertragen hat, die Ratlischläge der Medicinal-Collegienin den Provinzen, sowie der Physikats-Aerzte, und anderer ausgezeich-neter Aerzte und Apotheker über Verbesserungen bei der sechsten Aus-gabe der Preussischen Pharmakopoe erfordert. Nachdem er diese er-halten, hat er sie Uns am Ende der Vorrede Unterschriebenen über-geben, und zugleich befohlen, mit Benutzung derselben Ihm eine solcheAusgabe vorzulegen. Hierauf erhielten wir zuerst unter Leitung desHerrn von Düesberg und dann des Herrn von Ladenberg Rathschlägeüber das diese Ausgabe im Allgemeinen Betreffende, nachher aber theil-ten wir uns in zwei Abtheilungen; die Aerzte wählten diejenigen Arz-neimittel aus, welche durch Erfahrung bewährt waren, unter Verwer-fung derjenigen, welche sie entweder für weniger wirksam oder über-flüssig, oder durch noch nicht lange genug fortgesetzte Erfahrung nichthinreichend empfohlen hielten. Auf dieselbe Weise unterwarfen sie
auch die Zusammensetzungen der Arzneimittel einer
neuen Prüfung.
Nachdem dies vollbracht war, wurde das Uebrige von der Abtheilungder Naturwissenschaft, mit Hinzuziehung einiger Aerzte, nach zahlrei-chen angestellten Versuchen zu Ende gebracht.
Es ist noch übrig, dass wir die Grundsätze, welche wir bei dieserneuen Ausgabe befolgt haben, mit wenigen Worten auseinandersetzen.
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