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1 (1847)
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683
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V

FEL TAURI.

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aber mit fetten Oelen lässt es sich zusammenschmelzen. Von kaustischen Alka-lien wh'd das Cholsterin nicht verseift oder verändert. Von Schwefelsaure wirdes zerstört. Seine elementare Zusammensetzung ist: C 37 S 32 0 = 3328,552; Koh-lenstoff 84,998, Wasserstoff 11,998, Sauerstoff 3,001.

Salze in der Galle. Diese sind Kochsalz, Natron, ausser an Gallensäureauch an die fetten Säuren gebunden, Chlorkaliuni, schwefelsaures Alkali, phos-phorsaures Natron, Kalkerde, Talkerde und Eisenoxyd, zuweilen auch schwe-felsaure Kalkerde. In der Asche der Galle finden sich kohlensaures Natron, vondem gallensauren Natron herrührend, kohlensaure Kalkerde, welche letztereein Product von der Umsetzung eines Theils des gebildeten kohlensauren Natronsmit dem bisweilen vorhandenen Gipse, daher ihre Anwesenheit nicht constant ist.

Zersetzungsproducte aus der Galle. Es ist schon obenerwähntworden, dass die Galle, wenn sie einige Zeit lang mit Salzsäure gekocht wird,in eine harzartige Substanz, Demarcay's Cholo'idinsäure, und in Taurin zerfalle,welche beide nicht in der Galle vorhanden, sondern Zersetzungsproducte sind,denn Verdeil sah sie auch aus der reinen krystallisirten Galle hervorgehen.Neben der Cholo'idinsäure wird aber auch Dyslysin gebildet.

Choloi'dinsäure. Wenn Galle mit überschüssiger Salzsäure 3 bis 4 Stun-den im Sieden erhalten und alsdann erkalten gelassen wird, so setzt sich aufdem Boden des Gefässes eine braune, feste, spröde, harzartige Masse ab. Durcheinschmelzen in heissem Wasser und Waschen mit kaltem, nachdem sie gepul-vert worden, befreit man sie von anhängender Salzsäure, durch Waschen mitAethcr von Fett. Die so dargestellte Cholo'idinsäure ist fest, zerreiblich, schmilzterst über 4- 400° C, ist gelb, geruchlos, sehr bitter, äusserst wenig löslich inWasser, leicht löslich in Alkohol, selbst verdünntem, fast unlöslich in Aethcr.Ihre Aullösungen röthen Lackmus; sie zersetzen schon in der Kälte die kohlen-sauren Alkalien, womit sie Salze bilden, die durch Wasser in schwer löslichesaure und lösliche basische zerlegt werden. Mit Erden und Metalloxyden giebtsie schwerlösliche Niederschläge. Durch Salpetersäure werden aus der C.lioloi-diusa'ure neue Producte gebildet, welche Redtenbacher (Annal. d. Chem. undPharm. 1846. LVI1. 4 48) beschrieben hat. Die Zusammensetzung der Choloidin-säure ist: C 72 H 66 0 12 ; Kohlenstoff 74,4, Wasserstoff 9,4, Sauerstoff 46,«.

Taurin. Die saure Flüssigkeit, aus welcher sich die Choloi'dinsäure abge-setzt hat, wird abgedampft und, nachdem man das Kochsalz sich daraus hat ab-setzen lassen, mit der 5 bis 6fachen Gewichtsmenge heissen Alkohols vermischt,worauf man erkalten lässt und wobei das Taurin in strahligen Krystallen an-schiesst. Nach 24 Stunden wird der Alkohol von den Kjystallen abgegossen,die man darauf durch Waschen mit wenig Alkohol von der sauren Mutterlaugebefreit und in kochendem Wasser bis zur Sättigung aullöst, worauf beim Erkal-ten das Taurin in grossen und regelmässigen Krystallen anschiesst.

Das Taurin, von Leop. Gmelin zuerst dargestellt, bildet farblose, durch-sichtige, reguläre, sechsseitige Prismen mit 4 oder Cscitiger Zuspitzung. DieKrystalle knirschen zwischen den Zähnen uud schmecken pikant, aber wedersüss noch salzig. Sie rcagiren weder sauer noch alkalisch und verändern sichselbst bei + 400° C. nicht an der Luft. 45% Th. Wasser von + 42°C. = 9,6°R.lösen 4 Th. Taurin auf; kochend heisses Wasser löst mehr davon auf, lässt aberbeim Erkalten den Ueberschuss herauskrystallisircn. Kochender Alkohol von0,835 löst nur V 573 seines Gewichts, absoluter Alkohol gar nichts davon auf.Das Taurin ist ein wenig veränderlicher Körper, so dass es selbst mit concen-trirler Schwefelsäure gekocht und durch Abdampfen daraus unverändert wiedererhalten werden kann. Dass das Taurin ein stickstoffhaltiger Körper sei, hatteschon Gmeley gefunden, und DemarcAT halte die Zusammensetzung desselben