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1 (1847)
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sehen und darauf durch Schwefelwasserstoff zersetzt, so erhalt man eineselbe Losung, die abgedunstet ein rothbraunes Extract zurückliisst. Wirddieses in Alkohol aufgelöst und die Lösung der freiwilligen Abdunstung über-lassen, so schiessen daraus zuerst kleine rothgelbe Krystallo an, um welche sichbei fortgesetzter Abdunstung ein braunrothes Extract bildet. Diese rothgelbekrystallisirte, jedoch nicht weiter untersuchte Substanz ist es, welche BebzelilsBilifulvin genannt hat.

Fette der Galle. Die Galle enthalt Fette mehrfacher Art. Aus eingetrock-neter Galle zieht Aether nicht verseiltes Fett, Serolin (das im Serum, Blutwas-ser, vorkommende Fett), Cholsterin und eine Portion von den fetten Säuren aus,ohne dass eine bemerkenswerlhe Menge von den übrigen Bestandtheilen derGallo aufgenommen wird. Aber von den fetten Säuren bleibt viel mit Alkaliverbunden zurück. Wird die Aetherlösung der freiwilligen Abdunstung Über-lassen, so bleibt zuletzt eine Masse von blättrigen Cholsterinkrystallen, getränktmit einem ilüssigen Fette, zurück. Wird sie mit schwachem kalten Alkoholausgezogen, so löst sich viel von dem flüssigen Fette auf. Behandelt man danndas Zurückgebliebene mit stärkerem kalten Alkohol, so bleibt ein pulverformigesFett zurück, welches Serolin zu sein scheint, und aus der Lösung bekommtman während der freiwilligen Abdunstung Cholsterin in Krystallen.

Das Cholsterin, auch Gallenfett genannt, wird in der Regel zu denfetten Körpern gerechnet, Redtenbaciieii (Annal. d. Chem. u. Pharm. 1846. LV1I.!67) erinnert aber dagegen, dass wohl nur das Aussehen und die Kryslallisir-barkeit aus Aether und Alkohol für jene Annahme zu sprechen scheine, wogegenes in allen übrigen Eigenschaften von den fetten Körpern sich ganz verschiedenverhall. Es ist mehr dem Paraffin und Naphthalin ähnlich. Der Hauptcharakterder Fette, nämlich die Vorsehbarkeit und die dadurch bedingte Bildung von fet-ten Säuren, fehlt ihm gänzlich, so dass es selbst durch schmelzendes Alkalinicht darein verwandelt wird. Scheint nun auch das Cholsterin im Organismuskeine unbedeutende Rolle zu spielen, indem es sich in den Hauptflüssigkeitendesselben, im Blute, im Gehirne, in der Galle, so wie fast in allen krankhaftenSecreten und Producten findet, so gehört es doch in chemischer Beziehung zuden indifferentesten Körpern; noch keinem Chemiker ist es gelungen, irgendeine Verbindung desselben mit einem andern Körper darzustellen. Selbst dieGallenfettsäure, welche Pelletier und Gavewtoü durch Einwirkung der Salpe-tersäure auf Cholsterin erhalten haben wollen, hat von keinem andern Chemiker,und auch von Redtenbacher nicht, dargestellt werden können. Cholsterin stehtalso mit dem stickstofffreien Beslandtheile der Galle, aber nicht mit den Fettenim Zusammenhange.

Das Cholsterin, von Gren 1788 zuerst aus den Gallensteinen dargestellt,macht den Hauptbestandtheil dieser krankhaften Concretionen aus, aus denenman es auch am besten erhält. Man zerreibt Gallensteine zu Pulver, kocht das-selbe mit Alkohol aus und filtrirt siedend heiss. Beim Erkalten schiesst dasCholsterin in Blättern an. Man reinigt es durch Umkrystallisiren, oder auchdurch Digeriren mit verdünnter Kalilauge, die andere Fette auszieht. Es bildetgrosse, sehr dünne, perlmutterglänzende Krystallblätter. Es ist geschmack- undgeruchlos und schwimmt auf Wasser. Es schmilzt bei + 137° C. = 109,6° R.und erstarrt wieder blättrig kryslallinisch; ohne Luftzutritt ist es unverändertsublimirbar. An der Luft verbrennt es wie ein Fett. In Wasser ist es unlöslich,von kaltem Alkohol wird es nur wenig gelöst. 9 Th. siedender Alkohol von0,84 spec. Gew. lösen 4 Th. Cholsterin auf; wasserfreier heisser Alkohol löstbedeutend mehr. 3,7 Th. Aether von + 16° C. = 12» R. lösen 1 Thoil, undbeim Siedepunkte 2.2 Th. Cholsterin auf. In Terpenthinöl ist es wenig löslich,