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1 (1847)
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676
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FEL TAURI.

ii

I

von wieder abfiltrirte Flüssigkeit wurde im luftleeren Räume bis zur Trockneabgedunstet, und die trockne Masse wieder in wasserfreien Weingeist aufge-nommen , wobei neugebildetes Kochsalz und Chlorbaryum zurückblieben. Ausder filtrirten Spirituosen Auflösung wurden durch Schwefelsäure die Basen, Na-tron, Baryterde, Ammoniak, als in Weingeist unlösliche schwefelsaure Salze,ausgefällt, die abfiltrirte Flüssigkeit mit frisch gefälltem, noch feuchtem, kohlen-saurem Bleioxyde vermischt, und aus einer Retorte der Weingeist grösstentheilsabdestillirt, wobei sich das Bleioxyd mit der Schwefelsäure und den fetten Säurenvorbindet. Die rückständige, blassgelbe, von dem Bleiniederschlage abfiltrirteFlüssigkeit enthält jetzt Bleioxyd aufgelöst, welches durch Schwefelwasserstoff-gas ausgefällt wird, worauf man die vom Schwefelbleie abfiltrirte Flüssigkeit imWasserbade bis zur Trockne abdunstet. Man bekommt eine gelbliche, klare,gesprungene Masse, welche im luftleeren Räume bis -100110° C. erhitzt ihrrückständiges Wasser fahren lässt, und dann eine weisse, blasige und aufge-schwollene Masse giebt, die schnell pulverisirt und mit Aether ausgezogen wird,welcher die frei gemachten fetten Säuren aufnimmt. Das zurückgebliebene Pul-ver, im luftleeren Räume über Schwefelsäure getrocknet, ist der reine Gallen-stoff. Derselbe ist geruchlos, schmeckt bitler wie Galle, bläht sich in derHitze auf, wird halbflüssig, entzündet sich, und brennt mit russender harzähn-licher Flamme. Bei der trocknen Destillation giebt er ammoniakalischc Producte.An der Luft zieht er Feuchtigkeit an, ohne zu zerfliessen. In Wasser und Al-kohol löst er sich leicht und nach allen Verhältnissen auf; in Aether ist er un-löslich. Der Gallenstoff röthet Lackmus, zersetzt die kohlensauren Salze, undverbindet sich mit den Basen zu Salzen, die nach dem Eintrocknen extraetähn-lich werden.

Hiernach Hesse sich annehmen, dass dieser Bestandtheil als eine eigenthiim-liche schwache Säure zu betrachten sei, die in der Galle mit Alkali gesättigtwäre, und dass dieses Salz den charakteristischen Bestandtheil der Galle aus-mache, allein Behzelius hält dieses Verhältniss nicht für so einfach. Wird dieserKörper nämlich mit fein geschlämmtem Bleioxyde digerirt, so bäckt dasselbezu einer pflasterähnlichen Masse zusammen, und die davon abfiltrirte gelblicheLösung, im Wasserbade zur Trockne abgedunstet, giebt einen gewöhnlich ganzbleifreien Rückstand, der in wasserfreiem Alkohol löslich ist. Diese Lösungschmeckt bitter wie Galle, verändert die Farbe des Lackmuspapiers nicht, undlässt, im luftleeren Räume über Schwefelsäure abgedunstet, einen klaren, durch-scheinenden, in kleinerer Masse fast ganz farblosen Körper zurück, den Ber-zelius mit dem Namen Bilin bezeichnet.

Das Bilin bildet eine klare, farblose oder schwach gelbliche, weiche Masse,ist geruchlos, aber von bitterm Geschmacke, der zugleich etwas unbestimmtSüssliches hat. In höheren Temperaturgraden verhält es sich wie der Gallen-stoff. Es ist im Wasser und Alkohol in allen Verhältnissen löslich, in Aetheraber unlöslich. Es ist neutral. Das Bilin besitzt eine grosse Neigung, metamor-phosirt zu werden , und einen sauren Körper zu bilden, besonders wenn seineLösung in Wasser im Wasserbade abgedunstet wird, so dass es kaum in festerForm völlig unverändert erhalten werden kann. Durch Säuren wird die Auflö-sung des Bilins in Wasser nicht gefällt, selbst nicht durch Eichengerbesäure,aber seine Neigung, metamorphosirt zu werden, wird durch dieselben ausser-ordentlich beschleunigt, wenn ihre Wirkung zugleich durch Wärme unterstütztwird. Die Mineralsäuren übertreffen in dieser Beziehung die Pflanzensäuren be-deutend ; die ersleren metamorphosiren das Bilin vollständig, so dass nichts un-verändert übrig bleibt; die letzteren bewirken nur eine unvollständige Metamor-phose, die jedoch viel weiter geht, als die, welche nur Wasser und Wärme