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ier Essigsäure aufgelöst, durch Schwefelwassersloffgas das Bleioxyd daraus ent-fernt, und die abflltrirte Flüssigkeit zur Trockne abgedunstet. Es blieb eine inWasser und Alkohol lösliche exlractartigo Substanz zurück, die einen süsslich-bittern Geschmack hatte und den Namen Pikromel (von JKxpA?, bitter, undHeXt, Honig) erhielt. In einer wässrigen Lösung dieses Pikromeis löste sich dasGallenharz auf, und gab damit eine bittere Flüssigkeit, regenerirte Galle, alsderen hauptsächlichste Bestandteile demnach Pikromel und Gallenharz bezeich-net wurden, welches letztere der Galle die grüne Farbe ertheilt.
Im Jahre 1828 machte Leop. Gmelix eine sehr ausführliche Arbeit über dieGalle bekannt, deren Analyse nach beiden Methoden ausgeführt worden war.Gmelin fand , dass der nach Berzelius durch Schwefelsaure ausgefällte Gallen-stoff, der zur Entfernung der Schwefelsäure mit kohlensaurem Baryt digerirtworden war, beim Verbrennen Baryterde hinterliess, woraus also folgte, dassdas Alkali der Galle gegen Baryterde ausgetauscht worden war. Gmelin gabder Ansicht Thenard's den Vorzug, dass die Galle aus Gallenharz und einemeigenen süsslich bittern Stoffe, den er Gallenzucker nannte, bestehe, wel-cher letztere die grösste Menge ausmacht. Ausserdem wurden eine grosseMenge anderer Bestandtheile erhalten, von denen jedoch viele später nicht alsEducte, sondern als Producle erkannt worden sind.
Berzelius' Analyse hatte folgende einfache Zusammensetzung der Galle er-geben: Gallenstoff (Fett mit einbegriffen) 8,00, Gallenblasenschleim 0,30, Natron,verbunden gewesen mit dem Gallenstoffo 0,41, Kochsalz, milchsaures Alkali undextraetähnliche Stoffe 3,71, phosphorsaures Natron, phosphorsaure Kalkerde undSpur eines in Alkohol unlöslichen Thierstoffes 0,-11 , Wasser 90,44. Nach derAnalyse von Thenard besteht die Galle aus 3,00 Gallenharz, 7,5i Pikromel, 0,30eigener gelber Substanz, Ursache der Farbe der Galle, 0,50 Natron, 0,25 phos-phorsaures Natron, 0,40 Kochsalz, 0,40 schwefelsaures Natron, 0,15 schwefel-saure Kalkerde, Spur von Eisenoxyd und 87,66 Wasser.
Demarcay, der sich 1838 in Liebig's Laboratorium mit Untersuchung derGalle beschäftigte, zeigte zunächst, dass mehrere der von Gmelev aufgefundenenGallenbestandtheile nicht Educte, sondern Producte der Analyse seien, und gab,auf die Resultate seiner Untersuchung gestützt, der ältesten Ansicht den Vorzug,dass nämlich die Galle ein Natronsalz von einer harzartigen Säure enthalte, welcheletztere in Wasser schwer löslich, und aus der Galle durch Mineralsäuren, nichtdurch Essigsäure, Weinsäure und Citronensäure, fällbar sei; diese Säure nannteer Chole'insäure.
Berzelius fand sich durch diese verschiedenen Angaben zu einer neuen Un-tersuchung der Galle veranlasst. Ochsengalle wurde im Wasserbade bis zurTrockne abgedampft, die trockne Masse zu Pulver gerieben, und dieses 2—3Mal mit wasserfreiem Aether ausgezogen, welcher alles Fett auszieht, das nichtmit Alkali zur Seife verbunden ist. Wird dann das Pulver in wasserfreiemWeingeiste aufgenommen, so bleiben nur Schleim, Kochsalz und andere in Al-kohol unlösliche Thiorstoffe und Salze zurück, wogegen eine Verbindung desbittern Bestandtheils der Galle mit Alkali, ölsaures und margarinsaures Alkali,der Farbestoff der Galle in einer ähnlichen Verbindung u. s. w. aufgelöst wer-den. Wird die von dem Rückstande abflltrirte Auflösung mit einer wässrigenLösung von Chlorbaryum versetzt, so scheidet der Stoff mit Baryterde verbun-den als Niederschlag aus, welcher der Gallo ihre grüne Farbe giebt, das Bili-v erdin. Wird dann Barytwasser zugesetzt, so entsteht ein Niederschlag, wel-cher neben Biliverdin den rothgelben Farbestoff der Galle, das Bilifulvin, anBaryterde gebunden, enthält. Die hiervon abflltrirte Flüssigkeit enthält freieBaryterde, welche durch hineingeleitete Kohlensäure ausgefällt wurde, die hier-
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