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hervorbringen. Die Pvoducte der Metamorphose werden durch die Mineralsäurengrösstentheils ausgefällt, wogegen durch Pflanzensauren ihre Löslichkeit in Was-ser nicht aufgehoben oder verhindert wird. Bei dieser Metamorphose zerfalltdas Bilin in mehrere Körper. Einige Zeit mit Salzsäure gekocht zerfällt es, wieDemabcav gezeigt hat, in eine harzartige Substanz und in Taurin, die auch ausder von dem Schleime durch wenig Salzsäure befreiten Galle unmittelbar erhal-ten werden. Das Taurin löst sich auf, wenn nach dem Abgiessen der saurenFlüssigkeit und Abspülen des abgesetzton Körpers mit ein wenig kaltem Wasserdieser mit lauwarmem Wasser ausgezogen wird. Die saure Flüssigkeit wird ab-gedunstet; man lässt daraus das Kochsalz sich absetzen, vermischt mit der 5bis 6fachen Gewichtsmenge heissen Alkohols und lässt erkalten, wobei das Tau-rin in strahligen Krystallen anschiesst. Nach 24 Stunden wird der Alkohol vonden Krystallen abgegossen, die man durch Waschen mit ein wenig Alkohol vonder sauren Mutterlauge befreit, und in kochendem Wasser bis zur Sättigungauflöst, worauf beim Erkalten das Taurin in grossen und regelmässigen Kry-stallen anschiesst.
Der abgesetzte harzartige Körper enthält nach Berzelius drei verschiedeneSubstanzen, das Dyslysin (von 5ik, schwer, und XiSat«, Lösung), die Fellin -säure (von Fei, Galle) und die Cholinsäure (von x a ^)> Galle).
Die pilasterähnliche Masse, welche aus dem Gallenstoffe durch Bleioxyd er-halten worden, enthält Fellinsäure und Cholinsäure mit Bilin in zwei Verhält-nissen chemisch verbunden. Bei diesen Verbindungen spielt die Cholinsäureeine untergeordnete Rolle, und daher nennt Berzelius die mit den Säuren völliggesättigte Bilinverbindung Bili fellinsäure.
Die Frage, ob diese Säuren schon in der Galle vorhanden, oder ob sie nurProducte von der durch das chemische Verfahren bewirkten Metamorphose derGalle sind? wird von Berzelius dahin beantwortet, dass die frische Galle schonFellin- und Cholinsäure enthalte, dass die Metamorphose des Bilins in der Galleschon in dem lebenden Körper begonnen habe, dass diese aber nach ungleichenUmständen und ungleichen Veranlassungen ungleich weit vorgeschritten sei.
Die Galle wird aber auch durch lange Aufbewahrung, ohne dass anderechemische Agenden einwirken, verändert. Diese langsam fortschreitende Meta-morphose der eingedickten Galle scheint nach Berzelius von derjenigen ver-schieden zu sein, welche durch Säuren hervorgebracht wird; sie erfolgt abergleichfalls auf Kosten des Bilins, welches unaufhörlich vermindert wird. Ausserden oben beschriebenen Zersetzungsproduclen hat Berzelius in einer 8 Monatelang aufbewahrten, so weit eingedickten Galle, dass sie einen dicken grünlich-braunen Syrup bildete, noch zwei andere Körper gefunden, die er C holan-säure und Fellansäure genannt hat.
Liebig hat ebenfalls eine Analyse der Galle ausgeführt, aus der sich ihmdie einfache Ansicht ergab, dass die von Schleim, Fett und Farbestoff befreiteGalle gallensaures Natron sei, und dass Tiienard's Pikromel, Kepp's Gallensäure,Demarcay's Choleinsäure und Berzelius' Bilifellinsäurc, und die neben dem Na-tron im Bilin vorhandene organische Substanz, sämmtlich im Wesentlichen die-selbe organische Säure sind, welche aber wegen ihrer leichten Zersetzbarkeitschwierig rein darzustellen ist. In dieser mangelhaften Reinheit der bisher er-haltenen Körper liegt der Grund, dass die von ihren Darstellern angegebenenEigenschaften im Einzelnen von den Eigenschaften der reinen Gallensäure abwei-chen. In diesem Sinne haben Theiter und Schlosser (Annal. d. Chem. u. Pharm.1844. XLVIIL 77.) die Untersuchung der Galle weiter fortgesetzt.
Reine Galle. Ganz frische, durch Leinwand geseihte, und durch Abdam-pfen eingedickte Ochsengalle wird mit gewöhnlichem Alkohol in der Kälte ge-
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