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1 (1847)
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673
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FARIN.Y IIORUEl.

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nicht ausschliesslich dem Kleber, sondern wird auch aus dem reinsten Stärke-mehle des Handels erhalten, und man sieht dasselbe auf der Flüssigkeit obenaufschwimmen, -welche man nach 40stündigem Kochen mit verdünnter Schwe-felsäure zur Zuckerbildung erhält.

Die Abkochung der ganzen Gerste ist etwas scharf, bitter und abführend,welche Eigenschaft dieselbe von der Samenhaut erhält. Der Absud der enthiil-seten Samen aber, der Gerstengraupe, welche den Namen Perlgraupe erhält,wenn die Samen noch auf einer Mühle zugerundet sind, ist lindernd und nahrhaft.

Das Malz übertrifft vielleicht an Heilkräften die Gerstengraupen noch, wofürauch das durch die Gährung beim Malzen veränderte Verhältniss der Bestand-teile spricht.

Häufiger wird aber das Gerstenmehl gebraucht, um daraus das Hordeumpraeparatum anzufertigen.

Zur Darstellung des präparirten Gerstenmehls wurde nach der bisherigenVorschrift und gewöhnlichen Verfahrungsweise eine beliebige Menge Gersten-mehl in einen leinenen Sack geschüttet, und dieser so zugebunden, dass zwi-schen dem Mehle und der Zubindung ein Raum von ungefähr vier Zoll blieb.Der Sack wurde in einen Kessel mit Wasser so aufgehängt, dass er nirgendsdie Wandungen des Kessels berührte, und das Wasser 20 bis 24 Stunden langin fortwährendem Kochen erhalten, wobei das verdampfende Wasser durch fri-sches heisses Wasser ersetzt wurde. Nach dem Erkalten wurde die äussere,feste Rinde mit einem Messer weggenommen, und der innere gelbliche Theilgetrocknet und zu Pulver zerstossen. Von 10 Pfund rohem Gerstenmehle wurdenetwa 7 Pfund von dem präparirten erhalten.

Herr Hofapotheker Fiuedr. Hagen hierselbst hatte die Erfahrung gemacht,dass ein mit dem auf obige Weise dargestellten Präparate vollkommen gleichbeschaffenes erhalten werde, wenn das rohe Gerstenmehl in eine blecherneBüchse geschüttet, diese zugelöthet und gleichzeitig mit dem Sacke der Einwir-kung der Siedhitze des in dem Kessel befindlichen Wassers ausgesetzt blieb.Diese Erfahrung hatte ich völlig bestätigt gefunden, und die hierauf gegründeteBereitungsweise mitgetheill, die dann auch als zweckmässig jetzt von unsererPharmakopoe aufgenommen worden ist.

Hierdurch erlangen wir zugleich Einsicht in den Hergang bei der Bereitungdes ju'aparirten Gerstenmehls. Nach der altern Methode zieht das Wasser ausden zunächst mit ihm in Verbindung stehenden Theilchen des Mehls Eiweiss,Schleim und etwas Stärkemehl aus, wodurch in der Siedhitze eine äussere,dichte, undurchdringliche Rinde um die weiter nach innen befindlichen Theiledes Mehls gebildet wird, welche dasselbe leistet als die Rinde von Blech oderZinn. Es beruht also der Erfolg der Arbeit nicht darauf, dass durch daskochende Wasser einige Bestandtheile des Gerstenmehls entfernt werden, son-dern darauf, dass die Hitze des kochenden Wassers die Bestandtheile des rohenGerstenmehls auf eine solche Art umändert, dass das so zubereitete Gerstenmehljetzt ein leicht verdauliches Nahrungsmittel wird. Es ist hinreichend bekannt,dass Wärme auf die verschiedenen Pflanzenstoffo umbildend einwirkt, und dassdieses auch vorzugsweise für das Stärkemehl gilt, ist bei Amylum, S. 274, nochbesonders angeführt worden.

Das präparirte Gerstenmehl, von Hlteland in den Arzneivorrath einge-führt, wird, mit Milch abgekocht, als ein leicht verdauliches nährendes Mittelgerühmt.Dulk's preuss. Pharmakopoe. 3. Aufl. 43

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