Druckschrift 
1 (1847)
Entstehung
Seite
671
URN (Seite)
  
Einzelbild herunterladen
 

mmmm

ii

FARINA HORDEI.

671

XXVIII. 237.) näher untersucht, auch seine elementare Zusammensetzung ange-geben, nämlich C 18 H 7 O i oder 73,8 Kohlenstoff, 4,6 Wasserstoff und 21,6 Sauer-stoff. Bleibtreu (Annal. d. Cheni. U. Pharm. 1846. LIX. 177.) hat diesen Gegen-stand wieder aufgenommen , und die Angaben von Delalande erweitert undberichtigt. Er fand das Coumarin zusammengesetzt nach der Formel C 18 H f '0 4aus 73,97 Kohlenstoff, 4,11 Wasserstoff und 21,02 Sauerstoff. Dass durch Ein-wirkung von atzendem Kali auf Coumarin eine cigenthümliche Säure, die Cou-marinsäure, gebildet werde, wie Delalande angegeben hatte, fand Bleibtreubestätigt.

Werden die Tonkobohnen mit Wasser zerslossen, so erhält man eine Emul-sion, welche sehr bitter schmeckt und schwach nach Blausäure riecht. Es wärehiernach noch zu untersuchen, ob die Tonkobohnen etwa einen dem Amygdalinanalogen Stoff enthalten, aus welchem sich Blausäure bilden könne.

Die Tonkobohnen werden bis jetzt nur benutzt, um dem Schnupftabakeinen angenehmen Geruch zu ertheilen.

Farina Hordei. Gerstenmehl.

(Farina Hordei praeparata. Präparirtes Gerstenmehl.)

Von Gerstenmehl schütte soviel in ein cylindrisches zinnernes Ge-fass, und drücke es stark zusammen, so dass das Gefäss bis auf zweiDrittel erfüllt ist. Dann werde das Gcfäss in eine bis auf zwei Drittelmit Wasser angefüllte Destillirblase aufgehängt, und nach aufgesetztemHelme das Wasser an zwei Tagen, an jedem fünfzehn Stunden hindurch,im Sieden erhalten.

Nachdem die oberste mehlige Lage weggenommen worden, werdedie etwas röthlich gelbliche Masse,in Pulver gebracht. Bewahre es aneinem trocknen Orte auf.

Hordeum vulgare Lissv. Die gemeine Gerste. PI. med. 29.

llordeuin hexastichon Linn. Die sechszeilige Gerste. PI. med. 30.

Syst. sexual. Gl. III. Ord. 2. Triandria Digynia.

Ord. natural. Gramineae.

Abbild. G. u. v. Scnr.. 233 236.

Das Vaterland dieser bekannten Getreideart ist nicht mit Gewissheit zu be-stimmen: sie soll in Sicilien und auch in Russland wild wachsen. Nach einerAbhandlung von Dureau de la Malle (Fhorief's Notizen. December 1826. S. 38)soll die Bergkette des Libanon das Land sein, in welchem die Gerste und derWeizen einheimisch sind.

Proust (Gehlen's J. II. S. 376) unterschied bei den Samen einen eigenthüm-lichen Stoff, den er Hordein nannte, und der dem Stärkemehle sehr nahe ver-wandt ist. Er erhielt nämlich durch Auswaschen des Gerstenmehls ein Satzmehl,wovon sich nur ein Theil mit kochendem Wasser zu Kleister löste, währenddas Hordein ungelöst blieb. Dieses erscheint als ein gelbes, körniges Pulver,welches bei der trocknen Destillation kein Ammoniak liefert und beim Keimender Gerste grösstentheils in Stärkemehl verwandelt zu werden scheint. Das Mehlungekeimter Gerste enthält nach Proust: Hordein 55; Stärkemehl 32; in kaltemWasser auflösliche Materien, Gummi 4, Schleimzucker 5; Kleber, der sich beimAbdampfen des Wassers in Flocken ausschied, 3; gelbes Harz 1. Das Mehl von