- ~v
VW ■
V' I
FABAE P1CHURIM MAJORES ET MINORES,
669
Vi
wachsen einzeln zerstreut in den Wäldern am Rio negro und Yupura; man fin-det sie auch hie und da an den nordlichen Beiflüssen des Amazonenstromes,In der Nahe der Ufer sind sie bei weitem häufiger, als in dem innern und hö-her gelegenen Theile des Festlandes.
Ocotea Puchury major Mart. Grosser Puchurybaum.
Syst. sexual. Gl. IX. Ord. 1. Enneandria Monogynia.
Ord. natural. Laurineae.
Ein Baum von schönem Ansehen mit aufrechten, etwas abstehenden Zwei-gen, eiförmig-oblongen, an beiden Enden zugespitzten, sehr dicken, lederarti-gen , glänzenden Blättern von kampherartigem Geschmacke. Die Blumenstiele,halb so lang als die Blätter , stehen einzeln oder mehrere zusammen in denBlattwinkeln. Der sehr grosse stehenbleibende Kelch ist schwammig und ent-hält die Frucht, eine elliptische, fast 2 Zoll lange Steinfrucht mit äusserst dün-ner Kernschale, deren Epidermis in das Bläulichrothe spielt.
Ocotea Puchury minor Mart. ist ein Baum von minder schönem Anse-hen und unterscheidet sich durch mehr abstehende Zweige, oblonge Blätter,durch Blumen, die in wenigblumigen axillaren Trauben stehen; die fruchttragen-den Kelche fast einzeln stehend, kurz gestielt, am Rande verdünnt, an der Ba-sis höckrig und gefurcht. Die elliptische Steinfrucht nur zolllang.
Bei dem grossen Puchurybaume schliesst das rötbliche Holz der jüngerenAeste bedeutend viel Mark von gleicher Farbe ein, und alle diese Theile verra-then durch ihren kampherartigen Geruch und Geschmack die Gegenwart einerbedeutenden Menge eines ätherischen Stoffes. Bei dem kleinen Puchurybaumeriechen und schmecken Rinde und Holz fast wie Sassafras, doch sind sie weni-ger aromatisch. Von beiden Arten werden die aromatiseibn Samen, oder rich-tiger die ihrer Samenschale entkleideten Samenlappen gesammelt und bei gelindemFeuer getrocknet, welches Verfahren, obgleich durch dasselbe ein Theil desfluchtigen Oeles verloren geht, nothwendig ist, weil sonst die Samen leicht inGährung und Fäulniss übergehen würden. Sie werden in Brasilien häufig alsHeilmittel angewandt.
Die grossen Pichurimbohnen sind von der Grösse eines kleinen Hühnereies,aber länger, in die beiden gleichen Kotyledonen zerfallen, von denen jeder nachaussen convex und mit einer runzligen Haut von brauner Farbe bedeckt, nachinnen concav und glatt ist. Die Farbe ist im Allgemeinen hell kastanienbraun.Man bemerkt oft in der Mitte derselben Spalten, in welchen sich kleine, weisse,stark glänzende, der Benzoesäure ähnliche Krystalle vorfinden, die aber nichtaus dieser Säure bestehen, sondern das Stearopten des flüchtigen Oeles sind.Die kleinen Pichurimbohnen sind wenigstens um ein Drittheil kleiner, von mehrrundlicher Form und von einem sehr angenehmen Gerüche, der an peruviani-schen Balsam erinnert. Bei beiden ist jedoch der Geruch nach Sassafras dervorherrschende, besonders wenn sie zerstossen werden. Der Geschmack ist beibeiden angenehm gewürzhaft.
Rohes (Berl. Jahrb. 1800. S. 60) erhielt aus 8 Unzen der grössern Pichurim-bohnen ungefähr 4 Scrupel eines hellgelben gewurzhaften ätherischen Oeles undein wenig fettes Oel; aus den kleineren Bohnen erhielt er weniger ätherisches,aber '/,„ fettes Oel von Talgconsistenz und dem völligen Gerüche der Bohnen.Beide Sorten zeigten etwas Gerbestoff.
Bonastre (Berl. Jahrb. XXVII. 1. 1825. S. 160; Buchn. Repert. XXI. 2. S.201)hat die kleinere Art der Pichurimbohnen zerlegt und in 500 Th. folgende Be-standtheile gefunden: flüchtiges Oel, bei der gewöhnlichen Temperatur kleineBlättchen und Körner bildend, von schmuzigweisser Farbe, von starkem Gerüche
m
L