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1 (1847)
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FABAE PICHURIM MAJORES ET MINORES.

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ausserordentlich bittere Materie darstellte. Die alkalische Flüssigkeit enthielt allefärbende Materie und eine Saure.

Die krystallinische Materie stellte die durch Säuren gerötheten blauen Pflan-zenfarben wieder her und äusserte auf den thierischen Organismus furchtbarheftige Wirkungen. Es war also nicht länger zweifelhaft, dass diese Substanzals das wirkende Princip der Ignazbohnen zu betrachten sei. Sie fand sich auchin der fetten ^Materie, welche, durch Kochen mit salzs. Wasser davon befreit,keine giftigen Eigenschaften mehr zeigte.

Die bittere krystallinische Substanz, zweckmässig Strychnin genannt,musste sich auch in den Krähenaugen finden, welche Vermuthung durch dieErfahrung bestätigt wurde. Sie fanden sie ferner auch als einen Bestandtheildes amerikanischen Pfeilgiftes Urari, Wourali, Worora, Curara, wogegen sie ausdem ostindischen, Upas anthiar, so wie auch Erdmann (Schweigg. - Seidel N.Jahrb. 1832. V. S. -181) aus dem afrikanischen Pfeilgifte, keine krystallisirbarePflanzenbaso abscheiden konnten.

Die verschiedenen Methoden zur Darstellung des Strychnins, so wie die Ei-genschaften desselben, finden sich bei Strychnium nitricum.

Das Strychnin glaubten Pelletier und Caventou an eine eigenthümlicheSäure gebunden, die sie Igasursäure nannten, welche aber später als Milch-säure erkannt worden ist.

Die durch Aether und Alkohol erschöpften Ignazbohnen gaben nun mitWasser macerirt demselben viel Gummi ab. Im Augenblicke, wo das Wasserauf das Gewebe der Bohnen wirkt, schwillt die Masse auf und nimmt ein be-trächtliches Volumen ein. Durch Kochen mit Wasser wird Stärkemehl aufgelöst.Der Rückstand ist noch gelatinös, was von dem Pflanzenschleime (Bassorin,Traganthstoff) herrührt, der sich durch Salzsäure ausziehen lässt.

Die eingeäscherten Ignazbohnen lassen nur einige Atome (Viooo) Asche übrig,die aus kohlens. Kalke und salzs. Kali besteht.

Die Ignazbohnen enthalten demnach: milchsaures Strychnin, Myricin Spu-ren, Oel, gelbe färbende Materie, Gummi, Stärkemehl, Parenchym (Traganth-stoff) und etwas Holzfaser. Dass die Ignazbohnen neben dem Strychnin auchBrucin (von letzterem jedoch nur Spuren) enthalten, ist bereits hei GortexAngusturae erwähnt worden.

Nach Haase {Commentatio de Faba St. Ignatii. Lips. 1822) hat das berühmteWeitz'sche Geheimmittel gegen Epilepsie nur in den Ignazbohnen bestanden,und diese verdienen wahrscheinlich auch in Substanz wieder in Gebrauch ge-zogen zu werden.

*Fabae Pichurim majores et minores.churimbohnen.

Grosse und kleine Pi-

Ueber die Abstammung der Pichurimbohnen ist man lange in Unge-wissheit gewesen, welche erst in der neuesten Zeit durch v. Martius geho-ben worden ist. Humboldt hatte in Venezuela einen Baum gefunden, den erfür die Mutterpflanze der Pichurimbohnen hielt und Ocotea Pichurim nannte.Sprengel (Berl. Jahrb. XXII. S. 36) beschrieb dann einen Baum, den er Tetran-thora Pichurim nannte, als die Mutterpflanze der kleinen Pichurimbohnen. vonMartius hat sich aber überzeugt, dass beide Angaben nicht richtig sind unddass beide Arten der Pichurimbohnen von zwei Baumarten herkommen, die bisjetzt noch nicht beschrieben sind , und die v. Martius (Buch*. Repert. XXV.1830. S. 169) Ocotea Puchury major und O. Puchury minor genannt hat. Beide