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EXTRACTA.
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liehen, daher es denn sehr oft zweckmässig ist, die unwirksamen nur in Wasserlöslichen Bestandtheile durch zugemischten Weingeist abzuscheiden. Das Ex-traktum Ferri pomatum, wo Eisen nicht ausgezogen, sondern durch die Aepfel-säure des Aepfelsaftes aufgelöst wird, gehört eigentlich nicht hierher.
2) Müssen wir die Auflösungsmittel auf eine dem Zwecke entsprechendeWeise einwirken lassen. Die besonders in früherer Zeit am häufigsten gebräuch-liche Weise war das Kochen, wodurch man dem Pflanzenstoffe die extractivenTheile aufs Vollständigste zu entziehen glaubte, im Allgemeinen auch die reich-lichste Ausbeute erhielt. Die Auskochungen, mit grossen Mengen Wasser ange-stellt, wurden mehrmals wiederholt, so dass die Masse der zu verdampfendenFlüssigkeit sehr gross wurde. Spätere Erfahrungen haben jedoch gezeigt, dassdas Kochen der Vegetabilien, um denselben die auszugsfähigen Theile zu ent-ziehen, nicht nur unnütz, sondern auch nachtheilig sei, dass, wenn auch dieAusbeute bei einigen durch Kochen etwas ergiebiger sich zeigte, doch die Wirk-samkeit der dargestellten Extracte beeinträchtigt war. Dass aber auch selbst dieAusbeute an Extract beim Kochen der Vegetabilien häufiger geringer ausfalle,als bei Anwendung niedrigerer Temperaturgrade, erhellt aus den von GWböuht(ßerl. Jahrb. XXV. 2. 1824. S. 81) erzählten Versuchen. Aus einem Pfunde dergelben Enzianwuizel wurden an Extract erhalten: a) durch ein viertelstündigesKochen 4 Unzen 6 Drachmen 2 Scrupel; b) durch zwölfstiindige Infusion 8 Un-zen 1 Dr. 1 Scr.; c) durch zwölfstiindige Maceration 5 Unzen 2 Dr. 2 Scr. Dasdurch Infusion und vorzüglich das durch Maceration bereitete Extract war durch-sichtiger, gleichförmiger, bitterer, und weit mehr mit dem eigenthümlichen Ge-rüche der Wurzel begabt, als das durch Abkochung erhaltene. 1 Pfund Rha-barber gab durch Abkochung 5 Unzen Extract, durch Infusion 5 Unzen 6 Drach-men. Ausser der grösseren Menge war das letztere auch noch schöner, löslicherin Wasser, und gewiss auch wirksamer. Bei den harten, holzigen Stoffen istzwar im Allgemeinen das Kochen anzuwenden, doch führt auch hier Guinoi itran, dass bisweilen die reichlichere Ausbeute nur scheinbar sei. I Pfund Ha-tanhiawurzel lieferte
durch Abkochung durch Infusion
lösliches Extract 13 Qu. 8 Gr. 18 Qu. 18 Gr.
unlösliche Materie 18 — 14 — 9 — 60 —
Extract im Ganzen 3 U. 7 Qu. 22 Gr. 3 U. i Qu. 3 Gr.
Dieser Erfolg erklärt sich nach Guibourt dadurch, dass die Ratanhiawurzel,ausser andern unauflöslichen Bestandtheilen, holzige Theile und Amylon, undunter andern auflöslichen Bestandtheilen, Gummi und eine freie Säure enthält,deren gleichzeitige Wirkung die Auflösung des färbenden und adstringirendenPrincips im Wasser bestimmt. Behandelt man die Wurzel durch Aufguss, soerfahrt der holzige Theil keine Aenderung; auch das Amylon löst sich nochnicht auf. Bios der eingetrocknete Saft der Wurzel wird flüssig und löst sichauf. Lässt man aber die Wurzel in Wasser sieden, so löst sich das Amylumauf, und verbindet sich mit dem adstringirenden Stoffe. Die Verbindung, welchedaraus entsteht, ist im siedenden Wasser auflöslich, nach dem Erkalten aberunauflöslich. Die Menge des Extracts wird also zwar vermehrt sein, in derThat aber vermindert erscheinen, wenn man die unauflöslichen, auf den Orga-nismus nicht einwirkenden Theile absondert.
Dergleichen Erfahrungen, von mehreren Chemikern gemacht, haben dasKochen bei Bereitung der Extracte nach und nach ganz ausser Gebrauch ge-bracht, und der von Giese (Scherer's Nordische Annalcn I. S. 468) empfohlenenBereitungsweise eine allgemeine Anwendung verschafft. Diese Bereitungsweise