KXTRACTA.
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besteht wesentlich darin, dass die zerschnittenen Vegetabilien nut mit so vielheissem Wasser angebrüllt werden, als nöthig ist, um einen dicken Brei zu machen,den man 12 bis 24 Stunden hindurch stehen lässt, und dann gut auspresst.Diese Methode beruht auf dem Erfahrungssatze, dass ein Lösungsmittel in einergewissen kleineren Proportion eine grössere Wirksamkeit zeigt als in grössererMenge angewandt. Der eine Beslandtheil solcher Pflanzenstoffe kann nämlichdem andern als Aneignungsmiltel dienen, um seine Auflösung in Wasser zu ver-mitteln ; diese aneignende Verwandschaft ist aber kraftiger, wenn jener Bestand-theil in einer geringeren Menge Wasser verbreitet ist, als wenn er sich in zuvielem Wasser aufgelöst befindet, daher kann eine geringere Menge Wasser einevollständigere Ausziehung bewirken als eine grössere. Diese Methode gewahrtzugleich den Vortheil, dass das Quantum der abzudampfenden Flüssigkeit im Ver-hältnisse gegen die sonstigen vielen Abkochungen nur gering ist, dass nichtallein an Brennmaterial gespart, sondern auch die lange Einwirkung der Hitzeund der Luft auf die Auszüge vermindert wird, wodurch die Extracle nur anGüte gewinnen können, da es bekannt genug ist, wie manche Stoffe durch an-haltende Hitze vertlüchtigt, wie manche (durch Aufnahme von Sauerstoff aus derLuft in der Wärme) chemisch verändert und unauflöslich gemacht werden.
Es stehen uns aber noch andere Mittel zu Gebote, die Auflösungskraft desMenstruums zu befördern, und zwar durch Druck, der durch eine Wasser- oderQuecksilbersäule, oder auch durch die Luft ausgeübt werden kann. Auf demDrucke einer hohen Wassersäule beruht die sogenannte Real'sche Presse, vondem Grafen Real angegeben (Schw. .1. XVI. 4 8-16. S. 339; Trommsd. J. XXV. f.S. 47). Sie besteht in einem Cylinder von Zinn, Porzellan oder auch Glas mitMessingfassung, auf welchen eine Röhre von wenigstens 12 Fuss in senkrechterHöhe, aufgeschraubt wird , die entweder durch Nachgiessen oder dadurch stetsmit Wasser angefüllt erhalten wird, dass man den obern Theil der Röhre heber-förinig umgebogen in ein mit Wasser angefülltes Gefäss ausmünden lässt, sodass auf diese Weise das aus der Röhre unten abfliessende Wasser durch denDruck der Luft stets aus dem Wasserbehälter ersetzt wird. Die auszuziehendeSubstanz muss fein pulverisirt sein; sie wird mit der gehörigen Menge des Lö-sungsmittels, Wasser oder Weingeist, zur breiartigen Masse angerührt und inden Cylinder eingestampft. Auf dem mit einer Oeffnung, zum Abfliessen desAuszuges dienend, versehenen Roden des Cylinders befindet sich eine siebför-mige Platte von Zinn oder Silber, auf welche noch eine Scheibe wollenes Tuchoder graues Löschpapier gelegt wird; mit einer gleichen Vorrichtung wird derobere Theil der auszuziehenden Substanz bedeckt. Das Lösungsmittel wird durchden Druck der Wassersäule mit grosser Kraft durch die auszuziehende Substanzdurchgedrängt, und tröpfelt, mit den aullöslichen Theilen derselben beladen,unten ab, so dass die zuerst abtröpfelnde Flüssigkeit beinahe die Consistenzeines Saftes hat und ausnehmend kräftig ist (Tbommsd. N. J. I. 4. 1817. S. 24).Dadurch, dass man die zuletzt abtröpfelnde Flüssigkeit allein abdampft, und erstspäter die kräftigeren Auszüge zusetzt, können vorzüglich wirksame Extractedargestellt werden. Der Einführung dieser Extractionsprozesse (über die Theoriederselben vergl. Berl. Jahrb. XVI11. 4 817. S. 260), die bei Frostkälte nicht ge-braucht werden kann, stehen manche Hindernisse im Wege, namentlich dieSchwierigkeit, so hohe Röhren anzubringen, und diese bei dem starken Druckewasserdicht zu halten, ferner die grosse Langsamkeit, mit welcher die Flüssig-keit durchgepresst wird. Döbeheiner schlug eine Einrichtung vor, bei welcherdas Quecksilber den Druck ausübte, wo also bei 13 Mal geringerer Höhe derRöhre ein ebenso starker Druck hervorgebracht wird; doch steht auch dieserEinrichtung manche Schwierigkeit entgegen, namentlich dass die Glasröhrchen