EUPHORBIUM.
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Der aus der geritzten Kinde dieser Euphorbien niessende scharfe und dannan der Pflanze erhärtete Milchsaft giebt vorzüglich das officinelle Euphorbium,docii mögen auch wohl noch andere, wenig unter einander verschiedene afri-kanische Euphorbien mit fleischigen , blattlosen und kaktusartigen Stengeln die-sen Milchsaft liefern. In den ältesten Zeiten ist das Euphorbium von E. anti-quorum /.., einer ebenfalls kaklusartigen, in Nordafrika, Aegypten und Ostindieneinheimischen Pflanze gewonnen worden, die in Indien auch jetzt noch zu die-sem Zwecke benutzt wird.
Wir bekommen jetzt das Euphorbium aus der Barbarei in dichten ledernenSacken. Es besteht aus erbsengrossen, auch wohl etwas kleineren oder grösse-ren Stücken von verschiedener, kugeliger, länglicher, eckiger oder ästiger Ge-stalt. Die Stücke sind von dem Ansetzen und Eintrocknen des Saftes an denStacheln der Pflanze häufig ausgehöhlt, und daher mit zwei kleinen Löchernversehen, oder sie halten noch die Stacheln eingeschlossen. Auswendig habensie eine schmuzig-gelbliche oder rothbräunliche, inwendig weissliche Farbe,sind trocken, zerreiblich, leicht, und insgemein mit fremdartigen Theilen, beson-ders auch mit Bruchstücken jener Stacheln verunreinigt. In gewöhnlicher Tem-peratur ist das Euphorbium ohne Geruch, angezündet verbreitet es einen ebennicht unangenehmen Geruch und brennt mit heller Flamme. Beim Kauen scheintes anfänglich geschmacklos zu sein, nachher aber verursacht es einen äusserstätzenden und brennenden Geschmack , der sehr lange anhält, und der sich nurdurch Ausspülen des Mundes mit Ocl mildern lässt. Der beim Pulvern auf-steigende Staub erregt, wenn man sich nicht sehr sorgfältig durch ein vorge-bundenes nasses Tuch davor schützt, ein sehr heftiges und anhaltendes Niesen.und entzündet das Gesicht.
Die grösseren, trocknen, weisslichen Stucke sind die besten.
Laubet (Trommsd. i. VIII. 4. S. 394) schied aus 1000 Th. Euphorbium: HarztiiO; Gummi 283; unaufgelöster Rückstand §3; Verlust 3.
In Bhaconnot's Zerlegung (Trommsd. J. XVHI. 2. S. 178) verlor das Euphor-bium durchs Trocknen in gelinder Wärme '/ 10 seines Gewichts an Feuchtigkeit.Von 4 Grammen blieben nach dem Kochen mit vielem Wasser 3 Grammen un-aufgelöst. Die wässrige Auflösung zeigte Aepfelsäure und Kalkerde. 20 Gr. Eu-phorbium wurden wiederholt mit heissem Alkohol ausgezogen. Die concentrirtenTincturen trübten sich beim Erkalten, und nach zwei Tagen hatte sich ein gleich-sam gallertartiger weisser körniger Stoff abgelagert, der 3,4 Gr. wog und sichgänzlich wie Wachs verhielt. Nur hatte er eine leichte Schärfe behalten. Wasder Alkohol unaufgelöst gelassen hatte, wurde nun mit Wasser ausgekocht, undso blieben endlieh 2,7 Holz und Dornenreiser zurück. Die wässrige Auflösungbildete beim Verdunsten auf der Oberfläche eine Firnisshaut, und zuletzt bliebein brüchiger Stoff in glimmerartigen Blättern zurück , welcher sich als äpfel-saurer Kalk zeigte, und welchen Laudet für gummigen Extractivstoff genommenhatte. Aus der geistigen Tinctur stellte Braconkot das Harz dar, das eine röth-liche Durchsichtigkeit und ausserordentliche Schärfe besass, aber von der Schwe-fel- und Salpetersäure vollkommen aufgelöst wurde. Dieser Analyse zufolge ent-halten 100 Th. Euphorbium: Wasser 5,0: Wachs 49,0; holzigen Stoff 13,5; äpfel-sauren Kalk 20,5, äpfelsaures Kali 2,0; Harz 37,0; Verlust 3,0.
Später hatte John (Chem. Schriften II. S. 19) in dem frischen Safte der Eu-phorbia Cyparissias (Hatne II. 22.) eine caoutchoucartige Substanz aufgefunden,dieses veranlasste Hrn. Mühxmakn (Berl. Jahrb. 184 8. S. 141), diesem Bestand-teile auch in dem Euphorbium nachzuspüren, und er fand ihn wirklich. Nachseiner Analyse bestehen 500 Th. des ausgesuchten Euphorbiums aus: gelblichem
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