642
EMPLASTRUM SAPONATUM. — EUPHORBIUM.
IV:
consistenz besitzen, die mit der Zeit noch härter wird. Es wird wenig für siehviel aber zur Bereitung der zusammengesetzten Pflaster gebraucht.
Emplastrum saponatum. Seifenpflaster.
Nimm: Einfaches Bleiglättepflaster drei Pfund,Gelbes Wachs ein halbes Pfund.Nach dem Schmelzen im Dampfbade setze unter Umrühren hinzu:
gepulverte spanische Seife drei Unzen.Es werde ein zähes, weissliches, nicht schlüpfriges Pflaster.
Euphorbium. Euphorbium.
(Euphorbia officinarum L. und Euphorbia canariensis L.)[Euphorbiaceae.]
Unförmliche, schmuzig gelbliche, undurchsichtige, zerreibliche,DornensprÖschen umgebende, oder an deren Stelle mit kleinen Löchernversehene Stückchen, von sehr scharf brennendem Geschmacke, derenPulver ausserordentlich heftiges Messen erregt. Es ist der an der Lufterhärtete Milchsaft von den verwundeten oben genannten Pflanzen. Esmuss vorsichtig aufbewahrt werden.
Wird aus Afrika und den Canarischen Inseln zu uns gebracht.
Euphorbia officinarum Lrira. Officinelle Wolfsmilch.Euphorbia Canariensis L. Canarische Wolfsmilch.
Abbild. PI. med. 134. 135. 136. G. u. v. Schl. 256. 291.Syst. sexual. Cl. XI. Ord. 3. Dodecandria Trigynia.Ord. natural. Euphorbiaceae.
Diese strauchartigen Pflanzen wachsen im heissesten Afrika und in Aethio-pien, auch in Aegypten, Arabien und auf den Canarischen Inseln. Die Pflanzehat ihren Namen nach dem Leibarzte des Königs Juba in Lybien, der Euphorbiahiess. und welchem zu Ehren der König dieselbe Euphorbia nannte.
Die Wurzel ist dick, länglich, fleischig und an ihrem untern Theile in grosse.Zweige getheilt. Der kaktusartige Stengel erhebt sich zu einer Höhe von 3—SFuss. Er ist gerade, sehr dick, fleischig, saftig, nackt und auf seiner ganzenLänge tief gefurcht, wodurch sehr hervorstehende Winkel gebildet werden, anderen Ecken, statt der Blätter, sich steife, weissliche, pfriemenförmige, krummeStacheln befinden, die aus einem kleinen ovalen Knötchen entspringen und zuzweien beisammen stehen. An dem Stengel bilden sich hier und da eiförmige,stumpfe, gefurchte Knospen, die sich in der Folge in Aeste verlängern. DieBlüthen sind klein, von gelbbrauner Farbe, und sitzen auf den Winkeln am Endedes Stengels und der Aeste. Der Kelch ist einblättrig, bauchig, 4— Szähnig,bleibend, und trägt auf dem Rande 4—5 mit den Kelchzähnen alternirende stumpfe,fleischige Blumenblättchen. Rund um ein gestieltes, dreikantiges, dreifächrigesOvarium sitzen 12 und mehr fadenförmige gegliederte Staubfäden. Die Fruchtist eine dreiköpfige, dreifächrige Kapsel (Capsula tricocca) , die in jedem Facheeinen Samen hat und elastisch aufspringt.