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1 (1847)
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CUPRUM SULPHURICUM VENALE.

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werden kann. Solche Cämentwasser giebt es in Ungarn, Schweden, Irland undin verschiedenen Theilen Englands in so grosser Menge, dass sie, besonderswenn sie zugleich viel Eisen enthalten, nicht zur Darstellung des blauen Vitriolsverbraucht werden können, sondern durch hineingeworfene Stücken alten Ei-sens zersetzt und zur Gewinnung des metallischen Kupfers benutzt werden.

Man gewinnt dieses Salz aber auch im Grossen durchs Verwittern und Rö-sten des Kupferkieses. welcher nachher ausgelaugt und die Lauge krystallisirtwird. Da aber, wie bei Cuprum erwähnt, die Kupferkiese auch andere Me-talle, und vorzüglich Eisen, enthalten, so ist der auf diese Weise gewonneneKupfervitriol auch mit den Salzen der anderen Metalle, als schwefelsaurem Zink,vorzüglich aber mit Eisenvitriol sehr verunreinigt, durch welche Verunreinigun-gen die schöne blaue Farbe des Salzes oft in eine grünlichblaue oder schmu-zigblaue umgeändert wird. Auch dadurch, dass altes Kupfer bis zum Glühenerhitzt und dann mit Schwefel verbunden, und dieser künstliche Kupferkies wievorhin weiter bearbeitet wird, bereitet man fabrikmässig dieses Salz.

Dasselbe enthält aber , wie oben erwähnt, fast immer fremdartige Metalle,es muss daher das zur medicinischen Anwendung bestimmte schwefelsaure Ku-pferoxyd selbst durch Auflösung des metallischen Kupfers in Schwefelsäure be-reitet werden. Die gewöhnliche verdünnte, ja selbst die concentrirte Schwefel-säure greifen das metallische Kupfer in der Kälte nicht an, und nur wenn diegegenseitige Berührung Monate lang fortdauert, erfolgt, nach Barhuel (Pharm.Centralbl. 1834. S. ISS), gegenseitige Einwirkung. Werden nämlich blanke Ku-pferfeilspäne in einer mit eingeschmirgeltem Stöpsel versehenen Flasche mitreiner Schwefelsäure Übergossen, so dass die Flasche ganz angefüllt ist, so bil-det sich farbloses wasserfreies schwefelsaures Kupferoxyd, welches zum Theilin der Flüssigkeit aufgelöst bleibt, zum Theil nach 4 S Monaten in kleinenfarblosen und durchsichtigen Krystallen sich auf den Wänden der Flasche ab-setzt, die in Wasser sich mit blauer Farbe auflösen, welche Farbe die auch fastfarblose Flüssigkeit beim Verdünnen mit Wasser annimmt. Die allmählig ent-stehende schweflige Säure bleibt anfänglich in der Flüssigkeit aufgelöst, wirdaber dann durch das metallische Kupfer gänzlich desoxydirt, so dass sichSchwefelkupfer bildet, welches als braunes Pulver zu Boden sinkt und sich demmetallischen Kupfer beimischt. Erst gegen Ende des sechsten Monats fand Bar-bbel, dass aus der Flasche beim Oeffnen des Stöpsels sich ein starker Geruchnach schwefliger Säure entwickelte. Zur Bereitung des Salzes muss daher dasKupfer mit der nur wenig verdünnten Schwefelsäure in einer gläsernen Retorteins Sandbad gebracht werden, wobei man jedoch keine zu starke Hitze anwen-den darf. Sogleich bei der Einwirkung der Säure auf das Kupfer entwickelnsich schwefligsaure Dämpfe, die bis zu Ende des Prozesses immer mehr zu-nehmen und welche man durch das in einer unlutirt angebrachten Vorlage be-findliche Wasser zu verdichten sucht. Das metallische Kupfer kann nämlich mitder Schwefelsäure keine Verbindung eingehen, sondern nur das oxydirte Ku-pfer. Da nun das Kupfer selbst unter Mitwirkung der Schwefelsäure nicht dasWasser zu zersetzen vermag, so muss die Säure selbst den zur Oxydation desKupfers erforderlichen Sauerstoff hergeben, wodurch ein Theil derselben zer-setzt wird, der als schweflige Säure bei der angewandten Wärme entweicht;der unzersetzte Theil der Schwefelsäure verbindet sich aber nun mit dem oxy-dirten Kupfer zu schwefelsaurem Kupferoxyde, daher denn die Schwefelsäurein dem angegebenen Uebermasse angewandt werden muss. Genau sind aufI Th. Kupfer nur 2,5 Th. Schwefelsäure von 1,850 erforderlich; es müssen näm-lich auf 1 At. Kupfer, Cu = i93,69o, 2 At. wasserhaltiger Schwefelsäure, 2S1I.

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