614
CUPRUM ACET1CUM.
11
und mit ihnen meistens auflösliche Salze zu bilden. Diese haben eine grüneoder blaue Farbe , und einen herben , metallischen , unangenehmen Geschmack.Durch überschüssig zugesetzte Aetzammoniakflüssigkeit werden sie zu einer sehrschön dunkelblauen Flüssigkeit aufgelöst. Kaliumeisencyanür bringt darin einenrothbraunen Niederschlag hervor. Durch Schwefelwasserstoff und hydrothions.Ammoniak werden sie schwarz gefällt. Auf einem in die Auflösung eingesenk-ten blanken Eisenstabe schlägt sich metallisches Kupfer nieder. Beim Glübenmit Soda auf der Kohle erhält man in der Reductionsflamme des Löthrohrs me-tallisches Kupfer.
Da nun die Kupfersalze auf den ■ Organismus giftig wirken, sie sich aberleicht bilden, wenn selbst nicht saure Flüssigkeiten unter Zutritt der Luft län-gere Zeit mit Kupfer in Berührung bleiben, so dass dadurch in kupfernen Ge-schirren bereitete Speisen, wenn sie darin bis zum Erkalten stehen blieben,oder die Geschirre nicht recht blank gescheuert, von allem Oxyde befreit wa-ren, vergiftet werden, so ist es von grosser Wichtigkeit, die Gegenwart desKupfers nachweisen zu können, wozu die Darstellung des metallischen Kupfersdurchaus erforderlich ist. Findet es sich mit organischen Substanzen gemischt,so müssen diese eingeäschert und aus der Asche durch Salpetersäure das Kupferausgezogen werden. Das beste Gegenmittel gegen Kupfervergiftung ist nachOhfila und Duval Zuckersyrup in grosser Menge genossen.
Um nun die Gefahr der Vergiftung durch kupferne Geschirre zu beseitigen,werden diese mit einer dünnen Lage Zinn überzogen, verzinnt, indem man dierecht blank gescheuerten kupfernen Geschirre über Kohlenfeuer erhitzt, mit Sal-miak, auch wohl mit einem kleinen Zusätze von Harz abreibt, und diese abge-riebene Stelle sogleich mit dem reinsten englischen Zinne mittelst eines Wisch-lappens in Berührung bringt, womit man fortfährt, bis alle Stellen des Gesehirresvöllig verzinnt sind. Der Salmiak dient dazu, um das in der Hitze oxydirtcKupfer aufzulösen, das Harz aber, um die Oxydation zu verhindern. Die frischverzinnten Geschirre müssen vor dem Gebrauche mit Wasser ausgekocht wer-den. Das in einer dünnen Lage an dem Kupfer adhärirendo Zinn wird beimScheuern der Gefässe allmählig wieder abgerieben, so dass das Verzinnen VonZeit zu Zeit wiederholt werden muss.
Das Kupfer geht als Kupferoxyd in mehrere pharmaceutische Salze ein, bil-det auch viele technisch häufig gebrauchte grüne und blaue Farben, welche, aufZuckerwerk und dergleichen aufgetragen, dieselben vergiften , durch das obenangegebene Verhalten der Kupfersalze gegen Reagentien aber leicht erkanntwerden können.
Cuprum aceticum. Essigsaures Kupfer.
(Aerugo crystallisata. Krystallisirter Grünspan. Flores viridis aeris.Acetas cupricus cum Aqua.)
Ein krystattinisches, bläulich-grünes Sah, meistens hin und wie-der mit grünem Pulver bedeckt, in vierzehn Theilen kalten, und fünfTheilen siedend heissen Wassers auflöslich, aus Kupferoxyd, Essigsäureund Wasser bestehend.
Wird in chemischen Fabriken bereitet. Bewahre es sorgfältig auf.
Dieses Salz wird, wie der Grünspan, fabrikmässig dadurch bereitet, dassman den von den Kupferplatten frisch abgeschabten Grünspan in destillirtem