ij!*«"«. ~* im''
1*
i
CUPRUM.
611
scheidet sich bisweilen in der Ruhe ein krystallisirtes Stearopten, Kubeben-kampher, aus, welches durch Auflösen in Aefher und Alkohol und Umkrystalli-siren frei von anhangendem Oele erhallen werden kann. Es ist nach Blaxchetund Sell (Annal. d. Pharm. VI. S. 29-1) C ,6 B u O, und besteht hiernach aus 81,67Kohlenstoff, 4 t,65 Wasserstoff und 6,67 Sauerstoff.
Das dem Kopaivabalsam ähnliche Harz, nach Vauquelin, wird durch Aus-ziehen der Kubeben mit starkem Alkohol in der Siedhitze erhalten. Es bleibtbeim Abdunsten eine grüne (aus von den äussern Schalen befreiten Kubebenfast farblose) flüssige Materie von unangenehmem Gerüche und bitterm, dem desKopaivabalsams ähnlichem Geschmacke zurück , die auf Papier einen Fettfleckenmacht, und die an Wasser etwas einer extractiven Substanz abgiebt. Es fällthiernach mit dem Kubebin Cassola's zusammen; das von Monheeu dargestellteunterscheidet sich nur durch den geringeren Gehalt an flüchtigem Oele, undseine davon herrührende festere Consistenz.
Nach Capitaixe und Soubeiran (Annal. d. Pharm. 4 839. XXXI. 190.) ist dasvon Mo.vhem dargestellte Kubebin nicht das wahre; dieses erhält man dadurch,dass das bei der Bereitung des flüchtigen Kubebenöls zurückbleibende Mark mitAlkohol ausgezogen und das alkoholische Extract in Aetzkalilauge aufgelöst wird.Man wäscht das durch Säure gefällte Kubebin mit etwas Wasser, und reinigt esdurch wiederholte Krystallisation aus Alkohol. Das Kubebin ist weiss, ge-schmack- und geruchlos, aus kleinen Nadeln gruppenförmig vereinigt. Es istnicht flüchtig. In Wasser und kaltem Alkohol kaum oder nur wenig löslich; inder Siedhitze aber nimmt der Alkohol so viel auf, dass die Flüssigkeit beim Er-kalten zu einer Masse gesteht. In Aether, flüchtigen und fetten Oelen, wie auchin Essigsäure ist es löslich. Von concentrirtcr Schwefelsäure wird es stark rothgefärbt. Das Kubebin ist neutral und scheint keine Verbindung einzugehen, ausder sein wahres Atomgewicht abgeleitet werden könnte. Durch die Analysewurden als Bestandteile gefunden: 67,95 Kohlenstoff, 5,80 Wasserstoff und26,25 Sauerstoff. Aus der Formel C 34 S l7 0 10 erhält man 68,4 0 Kohlenstoff, 5,56Wasserstoff und 26,25 Sauerstoff.
Die Kubeben werden in Pulverform verordnet.
/
I
l
**
Cuprum. Kupfer.
Das Kupfer war seit den ältesten Zeiten, weit früher als das Eisen bekannt.Es machte den Hauptbestandtheil in den Waffen und schneidenden Werkzeugender ältesten Völker aus, welche gewöhnlich aus mit Zinn versetztem Kupferbestanden. Die Griechen und Römer erhielten die grösste Menge ihres Kupfersvon der Insel Cypern, woher es den Namen Cyprium bekam, welches nachherin Cuprum umgeändert worden.
Das Kupfer kommt ziemlich häufig vor, und zwar gediegen, oder als Oxyduloder Oxyd, am häufigsten aber durch Schwefel versetzt. Gediegen kommt esin den reichen Kupfergrutren Nordamerika's oft in grosser Menge vor. Die beiweitem grösste Menge Kupfer wird aber aus dem Schwefelkupfer, welches ge-wöhnlich noch andere Schwefelmetalle, als Schwefeleisen u. s. w., beigemischtenthält, dadurch gewonnen, dass dieses wiederholt geröstet und geschmolzenwird, wobei sich Arsen und Schwefel verflüchtigen, das Kupfer aber ausge-schmolzen und nachher noch vielfach gereinigt wird. Aus den Cämentwassern(schwefelsaures Kupferoxyd enthaltend) wird es durch Eisen metallisch aus-geschieden.
Dieses Metall hat eine eigenthümliche rothbraune Farbe, ist stark glänzend,
39*
f