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Die unreifen getrockneten Früchte dieses Strauches kommen unter dem Na-men Kubeben in den Handel; sie bilden runde Körner, von der Grosse kleinerErbsen, mehr oder weniger runzlig, mit den ansitzenden dünnen 3 — 4 Linienlangen Blüthenstielchen, von grauschwärzlicher oder dunkelbrauner Farbe. Ihreäussere, leicht zerbrechliche, dünne, aderig-netzförmige Schale umschliessteinen unausgebildeten, runden, glatten, harten, braunen oder schwärzlichen,innerhalb gelblich-weissen öligen Samenkern. Die Schale riecht angenehm, hataber wenig Geschmack, der Kern hingegen hat einen bitterlichen, scharfen,pfefferartig - gewürzhaften Geschmack, der hinterdrein etwas Kühlendes hat.(Ueber Kubeben und deren Abstammung vergl. Miquel im Pharm. Centr.-Bl.1839. 440.)
Da in der neuesten Zeit der Verbrauch der Kubeben sich vermehrt hat, soist auch Klage geführt worden über Verfälschung derselben, namentlich mitPiment und mit Kreuzbeeren. Die erstere Verfälschung ist leicht zu bemerken,etwas schwieriger die andere. Die Kubebe ist eine einsamige Beere mit einemStiele, den man nicht abbrechen kann, ohne dass sich an der Beere eine Bruch-fläche zeigt; die Kreuzbeere dagegen ist viersamig, der Stiel gewöhnlich länger,etwas gekrümmt, und sitzt so, dass man ihn abbrechen kann, ohne dass dieBeere verletzt wird. Der Geschmack unterscheidet sie Uberdem am bestimmtesten.
Trommsdorff (J. XX. 4. S. 69) erhielt bei einer Untersuchung der Kubebenaus 4 6 Unzen derselben: bittern Extractivstoff mit thierisch-vegetabilischer Ma-terie und etwas essigs. Kali 4 Unzen 4 Drachmen; gummigen Extractivstoff 1 U.4 Dr.; schmieriges braungrünes Harz 2 U. 4 Dr.; ätherisches Oel t'% Dr.; hol-zigen Rückstand 8 Unzen. Vauqüelix (Berl. Jahrb. XXIV. 1. 1822. S. 162) fand:ein flüchtiges dickliches Oel, ein dem Kopaivabalsam ähnliches schmieriges Harz,eine geringe Menge eines andern gefärbten Harzes, eine gummige Materie, eindem Extractivstoffe der Hülsenfrüchte ähnliches Princip und einige Salze. 1000 Th.Kubeben gaben 65 Th. Asche, die aus kohlens., phosphors. und salzs. Kali,phosphors. Magnesia und Spuren von Eisen und Mangan bestand. Nach Mon-heim (Buchn. Repert. 1833. XLIV. S. 4 99) enthalten 100 Th. Kubeben: HolzfaserC4,0; Extractivstoff 6,0; Kubebin 6,0; wachsartigen Stoff 3,0; grünes flüchtigesOel 2,5; gelbes flüchtiges Oel 1,0; balsamisches Harz 4,5; Chlornatrium 15,5.Die eingeäscherte Holzfaser gab viel kohlens. und salzs. Kali und Natron. DasKubebin ist noch mit einem scharfen Weichharze verbunden und scheint nachMomieim mit dem Piperin identisch zu sein. Es ist löslich in Alkohol, Aether,fetten Oelen und Essigsäure, unlöslich in Terpenthinöl und verdünnter Schwe-felsäure, schmilzt bei + 20° C. = 4 6° R., siedet bei + 30° C. = 24° R.,verflüchtigt sich in weissen Dämpfen, welche sich zu einer dicken Flüssigkeitvon scharfem, der Pfeffermünze ähnlichem Geschmacke, gelbbräunlicher Farbeund Kubebengcruch verdichten, die bei — 42,5° C. = 40" R. erstarrt, wobeinur wenig voluminöse Kohle in der Retorte zurückbleibt. Auch Cassola (Berz.Jahresber. XV. S. 342) hat durch Ausziehen der Kubeben mit Alkohol ein Bal-samharz von gelblich-grüner Farbe und Terpenthinconsistenz, von süsslichem,hintennach scharfem Geschmacke dargestellt, welches er ebenfalls Kubebin nennt.
Das flüchtige Kubebenöl ist farblos, von schwach aromatischem Gerüche,und aromatischem, kampherartigem, wärmendem, nicht bitterm Geschmacke,specifisch leichter als Wasser, an der Luft sich bald verdickend, wobei es auchan Farbe dunkler wird. Daher fällt auch die Menge desselben bisweilen sehrverschieden aus, so erhielt Orerdörffer aus 4 Pfunden frisch in Hamburg an-gekommenen Kubeben 8 Unzen flüchtiges Oel, jedoch erst nachdem diese benKubehen einer wiederholten Destillation unterworfen worden waren, was hierebenso nöthig zu sein scheint, wie bei den Gewürznelken. Aus diesem Oele