Druckschrift 
1 (1847)
Entstehung
Seite
609
URN (Seite)
  
Einzelbild herunterladen
 

CVJBEBAE.

609

in Lila, Salpetersäure färbt sie grün, und giebt nach ungleichem Zusätze vonWasser verschiedene Nuancen. Man erhalt diesen Farbestoff, wenn man Safranmit Wasser auszieht, zum Extracte abdampft, dieses mit Weingeist auszieht undwieder abdampft; es bleibt eine honigartige, durchsichtige, rothgelbe glänzendeMasse von unangenehmem Gernche und einem bittern, etwas scharfen Safran-geschmacke, die nicht nur in Wasser sich leicht löst, sondern auch nach völligemEintrocknen an der Luft wieder feucht wird. Dieses Polychroit besteht aber nachHenry aus 20 Proc. flüchtigem Oele und 80 Proc. reinem Farbestoffe. Setzt manzu einer concentrirten wassrigen Auflösung desselben etwas Aetzkali oder Aetz-natron hinzu, so scheidet sich der grösste Theil des Farbestoffs in Flocken ab,und nur ein kleiner Theil bleibt nebst dem flüchtigen Oele und dem Kali ^ er-eint in der Flüssigkeit, kann aber durch Sauren abgeschieden werden. Er istdann pulverförmig, trocken scharlachroth, angefeuchtet gelb, geruchlos, ein we-nig bitter schmeckend, wenig löslich in kaltem, etwas mehr in heissem Wasser,aber sehr löslich in starkem Weingeiste. Er löst sich in flüchtigen und fet-ten Oelen, in Aether und auch in kaiischen Laugen, und zwar dann sehrleicht, wenn diese concentrirt sind. Diese letztere Lösung hat eine schöne gelbeFarbe und durch Sauren wird der Farbestoff daraus gefällt. Von diesem Farbe-stoffe sind 42 Proc. in dem Safran enthalten, der nach Henry ausserdem auchnoch Aepfelsäure enthält. Die Farbe des Safrans und seiner Auflösungen wirddurch Licht gebleicht, vor dem sie also geschützt werden müssen. Der Safrangeht in mehrere Arzneimittel ein. Das Pulver desselben wird durch Zerreibenin einem erwärmten Mörser bereitet.

Cubebae. Kubeben,

(Piper Cubeba L. d. Sohn, Blums und nicht der übrigen Autoren.)[Cubeba officinalis Miquel. Piperaceae.j

Die getrockneten, ziemlich harten, fast kugelrunden, an der Basisdurch die stielförmige längere Frucht verdünnten, netzartig runzligenBeeren, von grauschwarzer Farbe, in der Grösse dem schwarzen Pfeffergleichkommend, einfächrig, mit einem einzelnen Samen, von angenehmemGerüche und gewürzhaft scharfem Geschmacke. Sie werden von derInsel Java zugeführt.

Piper Cubeba Lira. d. Sohn. Der Kubebenpfeffer.Synon. Cubeba officinalis Miquel.

Abbild. PI. med. 22. G. u. v. Schl. 230. Kxotzsch I. 8.Syst. sexual. Gl. IL Ord. 3. Diandria Trigynia.Ord. natural. Urticeae Juss. Piperaceae Rich.

Der Kubebenpfeffer ist auf der Insel Java, Mauritius, Prinz Wales-Insel, aufIsle de France und in Guinea einheimisch. Der Stengel ist strauchartig, rund-lich, gegliedert, und steigt kletternd an Baumstämmen auf. Die Blätter sindalle gestielt, aber von sehr verschiedener Gestalt; an dem untern Theile desStengels sind sie vollkommen herzförmig-spitz, an dem obern Theile eiförmig-länglich, spitz, unten blassgrün, 43 Zoll lang und 8 12 Linien breit. DieBlüthen stehen in Kätzchen in den Winkeln der Blätter und sind getrenntenGeschlechts.ßuik's preuss. Pharmakopoe. 5. Aufl. 39

I

l\

«M

M