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CROCÜS.
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wird, geschätzt. Der italienische Safran ist blässer, färbt aber doch sehr stark;der englische ist sehr trocken, leicht zu pulvern und daher gewöhnlich schlecht.
Der Safran verliert durchs Alter viel an Kraft und muss in fest zu ver-schliessenden, steinernen oder zinnernen Gefässen oder Büchsen fest eingedrückt,mit Blase verbunden, und gegen das Licht geschützt aufbewahrt werden.
Das Pulver hat eine dunkel gelbrothe Farbe, wird durch Zerstossen ineinem gelind erwärmten Mörser bereitet und muss nur auf kurze Zeit vorräthiggehalten werden.
Der Safran ist vielfältigen Verfälschungen unterworfen. Er wird mit Saflor-blumen, lang geschnittenen Granatblumen, Ringelblumen u. s. w. vermischt, diegewöhnlich erst in einem Auszuge von achtem Safran eingeweicht werden. Manerkennt eine solche Verfälschung an den dünnen weisslichen, hellgelben oderrothgelben, aber nicht mit den charakteristischen weissgelblichen Endspitzenversehenen, sondern gleichförmig gefärbten Fäden, die sich darunter befinden.Deutlicher noch erkennt man diese Verfälschung, wenn man den Safran in Wasseraufweicht, wodurch die Gestalt der genannten Blumentheile erkennber wird,die nicht die stumpfen dreitheiligen Narben des Safrans erkennen lassen. Auchsollen die Ringelblumen eine gesättigtere röthere Tinctur geben als ächter Safran.Bei einer groben Verfälschung des Safrans mit gekochtem geräucherten Rind-fleische finden sich schwärzliche Fäden darunter, die beim Verbrennen auf Koh-len einen Geruch wie von verbranntem Hörne verbreiten. Ein mit Weingeistbereits ausgezogener Safran ist blässer von Farbe, schwächer von Gerüche, färbtweniger stark und die Farbe der einzelnen Fäden ist gleichförmig. Ein solcherBetrug ist durch Vergleichung mit achtem Safran bald zu erkennen, etwas schwie-riger aber, wenn ein solcher Safran mit achtem vermischt worden. Hierhergehört auch der unter dem Namen Femin eil im Handel vorkommende Safran.Dieses besteht, worauf auch schon der Name deutet, nach Th. Martius (Pharm.Centr.-Bl. 1833. S. 443) aus den gelben Griffeln der Crocusblumen, welche ausdem gesammelten Safran durch besondere Leute ausgesucht werden, und vondenen ein Pfund roher Safran im Durchschnitte 8, ja sogar bis 12 Loth liefert.Diese Griffel, auch Abgang genannt, werden mit den beim Aussuchen zerrisse-nen Theilchen des guten Safrans vermischt, und nachdem man ihnen durchButter und warmes Wasser die Farbe des guten Safrans zu ertheilen gesuchthat, zu wohlfeileren Preisen in den Handel gebracht. Jedoch kommt auch einFeminell vor, welches aus den mit Fernambukholzdecoct u. s. w. gefärbtenStrahlenblumen von Chrysanthemum Leucanthemum und von Calendula officina-lis besteht.
Der Safran ist von Bouillon-Lagrange und Vogel (Trommsd. J. XXI. 1. S.206) und später von Henry (Trommsd. N. J. VI. 2. S. 65) untersucht worden.Nach der erstem Analyse enthalten 100 Th. lufttrocknen Safrans: Wasser 10;flüchtiges Oel 1,04, Gummi 6,80; Safranstoff, Polychroit, 63,00; wachsartige Ma-terie 0,30; parenchymatösen Stoff 10,00; Verlust 6,46. Nach Henry kann aberdas fluchtige Oel, welches den gewürzhaften Geruch des Safrans und einenbittern scharfen brennenden Geschmack hat, durch Destillation des Safrans mitWasser allein nicht sämmtlich erhalten werden, weil der Safranstoff noch 20Proc. flüchtiges Oel zurückhält, welches ihm nur durch Aetzlauge entzogen wer-den kann. Henry destillirte also 1 Unze Safran mit 8 Unzen gesättigter Koch-salzlösung und 4 Unzen Aetzkalilauge, und erhielt nun y 32 des gelblichenSafranöls.
Den farbigen Extractivstoff des Safrans nannten Bouillon-Lagrange undVogel Polychroit, weil seine gelbe Farbe durch Säuren verschieden gefärbtwird. Schwefelsäure färbt die Auflösung desselben indigoblau mit einem Stiche