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1 (1890)
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Chemische Untersuchungen über die Vegetation.

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abgesperrte atmosphärische Luft; nach Ablauf von drei Tagenhatte sich diese Atmosphäre um einen Cubikzoll verdichtet; beider eudiometrischen Prüfung fand ich, dass 7 Cubikzoll Sauer-stoffgas verschwunden und nur duich 6 Cubikzoll kohlensauresGas ersetzt worden waren. Diese Atmosphäre enthielt keinWasserstoffgas. Bohnen, Saubohnen und Kartoffelwurzeln lie-ferten mir während der Zeit, da sie Wasserstoffgas ausgaben,die nämlichen Ergebnisse wie die Erbsen.

Unter einen 1070 Cubikcentimeter (54 Cubikzoll) atmosphä-rische Luft haltenden Eecipienten brachte ich 3,82 Gramm(1 Quentchen) frischen Kleber. [158] Nach acht Tagen, währendwelcher Zeit sich die Temperatur constant zwischen 10 und 12°Reaumur gehalten hatte und der Kleber erweicht zu sein schien,hatte die Luft des Eecipienten ihr Volumen nicht geändert. Eswaren 59 Cubikcentimeter (3 Cubikzoll) Sauerstoffgas verschwun-den, die durch das gleiche Volumen kohlensaures Gas ersetztworden waren. Der Kleber hatte um diese Zeit nur den säuer-lichen Geruch eines Teiges aus Weizenmehl, der zu gähren an-fängt. Durch drei Stunden langes Trocknen reducirte er sichauf 1,35 Gramm, während er sich vor dem Versuch nach demTrocknen auf 1,48 Gramm oder 28 Gran belief. Er hatte alsovon seiner Trockensubstanz 2 Gran Wasser verloren.

Ich setzte den Versuch unter denselben Umständen mit3,82 Gramm (1 Quentchen) desselben Klebers fort, der bis zudem Grade der Gährung gebracht worden war, wo ich ihn imvorhergehenden Versuche verlassen hatte. Als ich ihn unterWasser legte, fing er an, Wasserstoft'gas zu entwickeln. Nach8 Tagen hatten sich die 54 Cubikzoll atmosphärischer Luft um•| Cubikzoll vermindert; sie enthielten dann jfa kohlensauresGas und nach Abzug derselben 11| Hundertstel Sauerstoffgas.9| Theile Sauerstoffgas waren verschwunden und nur durch8 Theile kohlensaures Gas ersetzt worden. [159] Der Kleberschwamm in dem von ihm gebildeten Wasser; ich trockneteihn bei gelinder Wärme, durch diese Operation reducirte ersich auf 1,38 Gramm (20 Gran). Er hatte also 40 Gran Wassergeliefert. Diese Flüssigkeit enthielt Ammoniak, dessen Gewichtaber unbedeutend war; sie färbte die Pflanzenfarben nichtgrün, wahrscheinlich, weil das Ammoniak theils mit demKleber selbst, theils mit Essigsäure verbunden war. Der Kleberbedeckte sich während seiner Fäulniss mit einem schwarzenStaub, der nicht auftrat, als er unter Wasser ohne Berührungmit Luft faulte.