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1 (1890)
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Chemische Untersuchungen über die Vegetation.

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[25]

Zweites Kapitel.

Von dem Einfluss des kohlensauren Gases auf dieVegetation.

Ich würde vielleicht eine methodischere Anordnung befolgt ha-ben, wenn ich den Einfluss des Sauerstoffgases auf die entwickeltenPflanzen behandelt hätte, vordem ich zur Prüfung der Wirkung deskohlensauren Gases, die nur secundär ist und nur unter Mitwirkungdes Sauerstoffgases zur Geltung kommt, überging ; aber die Kenntnissder Wirkungen des letzteren setzt einige vorläufige Angaben voraus,die mich nöthigen, die natürliche Ordnung umzukehren.

§1-Von dem Einfluss des kohlensauren Gases auf die Keimung.

Die Samen keimen in reinem kohlensauren Gas nicht. Einekleine Menge dieses Gases (etwa ein Zwölftel), welche der atmo-sphärischen Luft beigemischt das Vegetiren der entwickeltenPflanzen in der Sonne begünstigt [26], schadet der Keimung undverzögert sie im Licht wie im Schatten mehr als die gleicheMenge Wasserstoffgas oder Stickgas. Wenn man unter einen Ke-cipienten, unter dem man Samen mit reinem Wasser und atmo-sphärischer Luft keimen lässt, Kali- oder eine Substanz bringt,die fähig ist, das kohlensaure Gas zu absorbiren, welches dieSamen mit dem Sauerstoffgas der umgebenden Luft bilden, sowird ihre Entwicklung dadurch ein wenig beschleunigt. Es schienmir immer, als ob die Keimung sich eher im feuchten Sande oderzwischen zwei feuchten Schwämmen als im Humus abspielte, undals ob der letztere kohlensaures Gas liefere. Im Allgemeinen scheintdies Gas den Gewächsen nur so weit nützlich zu sein, als sie eszersetzen können; und die Samen scheinen im ersten Stadiumihrer Entwicklung diese Zersetzung in wahrnehmbarer Weisenicht ausführen zu können. Beachten wir jedoch, dass es un-möglich ist zu entscheiden, ob eine vollständige Abwesenheitihnen schädlich oder nützlich ist, da die Samen beim Keimeneine zu grosse Menge kohlensauren Gases bilden, als dass mandieselbe ganz entfernen könnte.

[27] § 2.

Von dem Einfluss des kohlensauren Gases auf die entwickelten Pflanzen.

Wenn man frisch gekeimte Samen mit schwach mit kohlen-saurem Gase geschwängertem Wasser ernährt, so scheint es