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1 (1890)
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Vorrede,

Die Untersuchungen, mit denen ich mich in diesem Werkebeschäftige, haben den Einfluss des Wassers, der Luft und desHumus auf die Vegetation zum Gegenstande. Ich gedenke in-dessen nicht, in alle Theile dieses ausgedehnten Gebietes einzu-dringen. Ich werde die Fragen erörtern, welche durch das Ex-periment entschieden werden können, und ich verzichte auf die-jenigen, welche nur Muthmaassungen Kaum geben. Thatsachenallein führen in der Naturgeschichte zur Wahrheit. Indemman diesen Weg verfolgt, ist man gezwungen anzuerkennen,dass die Auffindung der von der Natur für die Entwicklung derPflanzen und für die Zusammensetzung ihrer Stoffe benutztenMittel noch lange ausserhalb des Bereiches der Möglichkeit für unsliegen wird. [IV] Die Lösung dieser Fragen erfordert zuweilenAngaben, die wir nicht besitzen; sie verlangt genaue Verfahrenfür die Analyse der Pflanzen und eine vollkommene Kenntnissihrer Organisation.

Die Functionen des Wassers und der Gase bei der Ernäh-rung der Gewächse, die Veränderungen, welchen durch sie dieAtmosphäre unterliegt, sind die Gegenstände, welche ich am ein-gehendsten erforscht habe. Die Beobachtungen Priestley's,Sefiebter's und Jugenhousz's haben die Bahn eröffnet, welcheich durchlief, aber sie haben nicht das Ziel erreicht, welches ichmir setzte. Wenn die Einbildungskraft zuweilen die Lücken aus-gefüllt hat, welche sie Hessen, so geschah es durch Vermuthun-gen, deren Unzulänglichkeit stets durch die Unklarheit und denWiderspruch aufgedeckt worden ist. Für meine eudiometrischenVersuche habe ich mich theils des Schwefelkalis, theils des [V]Phosphors") bedient. Diese Verfahren haben mir gestattet, meinen

*) Wenn ich in diesem Werke die Ablesungen des Phosphoreudio-meters angegeben habe, so sind sie doch stets von dem Fehler befreitworden, welchen das Stickgas durch die Ausdehnung des Volumens,