Chemische Untersuchungen über die Vegetation.
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dieser Exposition das kohlensaure Gas entzieht, welches sie mitdem Sauerstoffgas der umgebenden Luft bilden.
Die grünen Pflanzen, welche in destillirtem Wasser und freierLuft wachsen, gewinnen eine grosse Menge Kohlenstoff.
Die Pflanzen assimiliren, indem sie das kohlensaure Gas zer-setzen, einen Theil des in ihm enthalten gewesenen Sauerstoff-gases.
[60] Drittes Kapitel.
Von dem Einfluss des Sauerstofl'gases auf die entwickelten
Pflanzen.
l.
Heber die Veränderungen, weiche das Sauerstoffgas durch seineBerührung mit den Blättern erleidet.
Wenn ich im G. Kapitel von der Vegetation grüner Pflanzenin Medien, die man vorher des Sauerstoffgases beraubt hat,handle, so werde ich zeigen, dass sie sich dort nur entwickeln,weil sie dies Gas verbreiten. Gegenwärtig sollen die chemischenErgebnisse seiner Wirkung auf die grünen krautigen Theile denGegenstand meiner Untersuchung ausmachen.
Gesunde Blätter, welche nach einem heiteren Sommertagegesammelt und für eine einzige Nacht unter einen mit atmosphä-rischer Luft gefüllten Recipienten gestellt worden waren, riefenim Sauerstoffgas der sie umgebenden Luft Veränderungen hervor,die scheinbar nach der Natur des Gewächses verschieden sind.
[61] 1. Die Blätter der Eiche (Quercus robur), der Ross-kastanie, der unechten Akazie, von Sedum reflexum und dermeisten übrigen Gewächse verkleinern das Volumen ihrer Atmo-sphäre. Das Sauerstoffgas verschwindet, und es bildet sich einVolumen freies kohlensaures Gas, das geringer ist als das wäh-rend des Versuches aufgezehrte Volumen Sauerstoffgas.
2. Die Blätter oder grünen Theile von Cactus opuntia, Cras-sula cotyledon, Sempervivum tectorum, Agave americana undStapelia variegata vermindern das Volumen ihrer Atmosphäre,indem sie Sauerstoffgas absorbiren, ohne dass in wahrnehmbarerMenge kohlensaures Gas gebildet wird. In diesem wie im vor-hergehenden Falle kann man auf den ersten Blick vermuthen,