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2 (1890)
Seite
88
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Theod. de Saussiire.

welches löslichen kalihaltigen phosphorsauren Kalk bildet, seineDurchsichtigkeit; es erleidet scheinbar keine andere Verände-rung als diejenige, zäh zu werden und nur mit äusserster Lang-samkeit durch die gewöhnlichen Filter hindurchzugehen. [323"Wenn man eine weitere Menge Kalkwasser hinzufügt, beginnt einNiederschlag sich zu bilden. Dies ist kein phosphorsaurer Jialk,es ist durch einen üeberschuss an Erde in Wasser unlöslich ge-wordener kalihaltiger phosphorsaurer Kalk: wenn man densel-ben in Salpetersäure löst, entzieht man ihm nur den vierten Theiloder die Hälfte seines Gewichtes an phosphorsaurem Kalk. Na-hezu dieselben Erscheinungen haben mit der Magnesia statt.Allein die Verbindungen dieser letzteren schienen mir wenigerzäh zu sein.

Man kann die nämlichen Ergebnisse aber weniger scharfausgeprägt erzielen, wenn man an Stelle des Kalkwassers eineLösung von essigsaurem Kalk anwendet. Ist die Lösung ver-dünnt, so zersetzen die ersten Tropfen das phesphorsaure Kalinicht, oder der gebildete Niederschlag löst sich beim Umrührender Flüssigkeit wieder auf. Diese Beobachtimg beweist, dass dervon Vauqueliti in so reichlichem Maasse in den Pflanzensäftenaufgefundene essigsaure Kalk dort neben dem phosphorsaurenKali vorkommen kann. Dies Salz wird von irgend einem Kalk-salz nur zersetzt, wenn das Gemisch bis zur Trockne eingedampftwird; das Nämliche gilt von der Magnesia.

Die wässerige Lösung des kalihaltigen phosphorsauren Kalkswird weder von Kali, Natron, Ammoniak, noch durch Phosphor-säure getrübt, [324] wird aber theilweise durch alle kohlensaurenAlkalien zersetzt, indem dieselben aus ihr kohlensauren Kalkniederschlagen: ebenso wirkt Oxalsäure ; schliesslich wird sietheilweise beim einfachen Trocknen bei Glühhitze zersetzt. Indiesem Rückstand findet man phosphorsauren Kalk, der durcheinen Üeberschuss an Erde unlöslich geworden ist, und in Was-ser löslichen kalihaltigen phosphorsauren Kalk, der jedoch we-niger Kalk als bei der ersten Lösung enthält. Diese Erschei-nung greift mehr oder weniger bei allen Aschenlaugen Platz.welche man bis zur Trockne eindampft und in Wasser löst.

Die Wirkung des Kalis auf den phosphors aurenKalk. Fourcroy und Vauquelin haben sehr wohl gesehen (An-nales de Chimie, Jahrg. XI), dass, wenn man flüssiges Kali mitphosphorsaurem Kalk kocht, sich eine sehr kleine Menge Kalkabscheidet. Aber diese der alten Ordnung der chemischen Ver-wandtschaften entgegengesetzte Zersetzung, wovon Berthollet