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2 (1890)
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Fünftes KapitelVom Humus.

§1-

Untersuchungen über die Zusammensetzung des Humus.

Icli verstehe unter dem Namen Humus jene schwarze Sub-stanz, mit welcher sich die todten Gewächse bedecken, wenn sieder vereinigten Wirkung des Sauerstoffgases und des Wassersausgesetzt sind. Die Versuche, über welche ich im vorhergehen-den Kapitel berichtet habe, bezweckten, den Nachweis zu fuhren,dass diese Substanz nicht das Ergebniss einer Verbindung desSauerstoffgases mit der todten Pflanze, sondern der Ueberrestdes Gewächses nach Abzug einiger seiner Bestandteile ist.

Für die meisten meiner Untersuchungen benutzte ich fastreinen Humus, der durch ein enges Sieb von dem grössten Theilder nicht zersetzten, mit ihm immer vermischten Pflanzentheilebefreit wurde. [163] Er enthielt kaum etwas anderes als diemineralischen P>estandtheile, welche aus der Pflanze, die sie ge-bildet hatte, stammten. Ich nahm ihn von hohen Felsen oderaus Baumstämmen, wo er durch fremde Substanzen, welcheder Zugang von Thieren, der Dünger und der Absatz vonQuellen gewöhnlich in den Boden einführen, nicht verändertwerden konnte. Diese Humusarten scheinen mir fruchtbar zusein, besonders wenn sie mit einer grossen Menge Sand oderKies vermischt sind, der den Wurzeln als Stütze dient und demSauerstoffgas Zutritt gestattet; doch nehme ich den Humusaus, welcher sich im Stamm gewisser Bäume wie der Eichebildet. Wenn das Wasser keinen Abfluss hat, so ist der Humusmit einer überreichlichen Menge Extractivstoffe beladen, welchedie Gefässe der Pflanzen verstopfen. Diese löslichen Bestand-teile stammen in diesem Falle nicht in ihrer Gesammtheit ausdem Humus selbst, sondern zum Theil aus dem lebenden Baumeund sind dann nicht für die Ernährung aller Gewächse geeignet.

Die folgenden Operationen geben uns einen Ueberblick überdie Verschiedenheiten, welche man im Allgemeinen zwischen der

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