Druckschrift 
2 (1890)
Seite
87
URN (Seite)
  
Einzelbild herunterladen
 

Chemische Untersuchungen über die Vegetation.

87

dem Gewichtsverlust des Gemenges bestimmt. Diese Salpeter-säure Lösung wird nach einander mit salpetersaurem Baryt undsalpetersaurem Silber gefällt; das Gewicht jedes einzelnen dieserNiederschläge giebt auf Grund bekannter Berechnungen salz-saure und schwefelsaure Alkalien; [321] man zieht die Summedieser letzteren von dem Gewogenen (e) ab oder von derjenigenSumme, welche Kali, die salzsauren und schwefelsauren Salzeenthält. Die Differenz giebt das Gewicht von allem in demphosphorsauren Kali enthaltenen Kali und von demjenigen, dasim Ueberschuss vorhanden war. Nun kennt man das Gewichtdes Kalis das in die Verbindung des schon unter d angegebe-nen phosphorsauren Kalis eingeht. Hundert Thcile des" Salzesenthalten Gä Theile Kali. Demnach theilt man diesem Salze dasKali zu, welches ihm zukommt; das übrige ist das imUeberschussin der Asche vorhandene Kali.

Bemerkungüber die Verbindung des phosphorsauren Kalis mit dem Kalke.

Ich stellte phosphorsaures Kali dar, indem ich nach undnach auf feuchtem Wege Phosphorsäure mit Kali vereinigte,bis dies Gemenge neutralisirt war und die als Reagens ange-wandten Pflanzenfarben nicht mehr veränderte. Diese Ver-bindung trocknete ich bei Glühhitze und wog; [322] sie wurdein Wasser gelöst und durch salzsauren Kalk zersetzt. Das Ge-misch wurde bis zur Trockne eingedampft und, nachdem esin Wasser gelöst worden war, filtrirt. Nach den von Klaprotherkannten Principien habe ich für den phosphorsauren Kalkabgeleitet, dass 100 Theile getrocknetes phosphorsaures Kalibei dem weiter oben angegebenen Sättigungsgrade enthalten

Kali 65

Phosphorsäure 35.

Um ein so zusammengesetztes phosphorsaures Kali handeltes sich bei den Aschenanalysen; 129 Theile dieses Salzes ver-mögen nur 100 Theile phosphorsauren Kalk zu bilden.

Die wässerigen Lösungen des phosphorsauren Kalis sindnicht, wie man behauptet hat, zäh und gelatinös, sie gehen viel-mehr leicht, selbst concentrirt, durch die engsten Filter hindurch.

Wenn man dieser Lösung das Zwanzig- oder Dreissigfacheihres Volumens an Kalkwasser zumischt, so bewahrt das Gemisch,