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2 (1890)
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Chemische Untersuchungen über die Vegetation.

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Aus Kapitel V, § 2 sali man, dass Kegenwasser, nachdemes mehrere Tage auf dem gut gedüngten Boden eines Gartensgestanden hatte, dort einen Aufguss bildete, welcher einenTheil trockenes Extract auf tausend Theile Wasser enthielt.Man sah ferner, dass ein Gewächs, welches diesen Aufgussaufsaugen sollte, nur ein Viertel des festen Extractes, welcheser enthält, aufnehmen würde. Wenn das Humusextract seineeinzige Nahrung 1 wäre, würde dies Gewächs also sein Gewichtnur um ein Viertel Pfund im Trockenzustand vorgrössern, wennes tausend Pfund Aufguss aufsöge. [268] Eine einjährige Pflanzewie Helianthus, welche im Garten wuchs, konnte von ihrerKeimung an im Zeitraum von vier Monaten vier Kilogramm (achtPfand) Frischgewicht oder ein halbes Kilogramm (ein Pfund)Trockengewicht erlangen*). Wenn man auf Grund der Versuchevon Haies annimmt, dass die während vierundzwanzig Stundenaufgenommene und transpirirte Menge Wasser gleich der Hälftedes Gewichtes dieser Sonnenblume im nicht getrockneten Zu-stande ist, so finde ich. nachdem ich dieselbe in den verschiede-nen Zeiträumen ihrer Vegetation gewogen hatte, dass sie nach Ab-lauf von vier Monaten nicht mehr als 1 00 Kilogramm ('200 Pfund)Wasser oder Aufguss aufgenommen und transpirirt haben konnte.Die in diesen 100 Kilogramm enthaltene Menge trockenen Ex-tractes ist gleich 100 Gramm oder \ Pfund; davon nahm diePflanze nur den vierten Theil oder 25 Gramm auf; doch mussman das in 100 Kilogramm Aufguss enthaltene kohlensaure Gashinzufügen. Nach den im Kap. V, § 2 mitgetheilten Versuchenschätzeich, dass dies 3,7 Gramm (70 Gran) wiegt; [269] nurdie Hälfte hiervon eignete sich die Sonnenblume, welche, indems ie das kohlensaure Gas zersetzt, einen Theil ihrer Elementeaushauchte, an. Demnach schöpfte diese Pflanze aus dem Hu-mus, wenn von dem Wasser abgesehen wird, eine Menge vege-tabilischer Substanz gleich 25 + 1,85 Gramm, welche ungefährnur den zwanzigsten Theil des Gewichtes ausmachen, das die

sein könne; .'!. dass die Weide in der Erde Wurzelfäserchen zurück-gelassen habe, deren Gewicht man nicht schätzen könne; 4. dass dasRegenwasser, welches zum Begiessen gedient hatte, durch seine Un-reinigkeiten zur Ernährung der Pflanze beitragen inusste. (Memoiresur les Engrais par Kirwan.)

*) Haies sagt, dass eine in voller Vegetation stehende Sonnenblumenur ein Viertel ihres Gewichtes durch Trocknen verliert. DiesErgeb-niss ist gewiss ungenau, ebenso wie die Folgerungen, welche dieserSchriftsteller daraus ableitet.