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2 (1890)
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Tlieod. de Saussure.

S265J Die Gewächse schöpfen nicht alle ihre mineralischen

Stoffe aus Salzlösungen gleich denen, welche man künstlich durchAuflösen z. B. von salzsaurem Kalk, Eisen oder Mangan inreinem Wasser darstellen kann, sondern sie nehmen sie zumgrossen Theil aus Verbindungen auf, die wir nicht zusammen-zusetzen vermögen, namentlich aus solchen, in welchen die Ele-mente dieser Salze sich chemisch mit Sauerstoff, Wasserstoff.Stickstoff und Kohlenstoff im Humusextract verbunden finden,1266] und wo sie nur durch die Veraschung nachgewiesen wer-den können.

§5.

lieber die Anwendung der vorstellenden Beobachtungen auf die

Erforschung der Menge von Nahrungsstoffen, welche die Substanz des

Humus allein den Wurzeln der Gewächse liefert.

Wir sind zu weit davon entfernt, alle Wirkungen der Pflanzeauf den Humus und dos Humus auf die Pflanze zu kennen, umdahin gelangen zu können, sämmtliche Bestandteile, welche sieaus demselben schöpft, zu berechnen undzu wägen. BeimStndhimder Natur kann man nichts Besseres thun, als die Maxime*) desberühmten Hauy zu befolgen: die Dinge werden geschätzt,so an sich zu sein, wie sie sich unserer Beobachtungdarbieten. Wenn wir uns mit Rücksicht hierauf auf diejenigenBeobachtungen beziehen, welche theils in diesem, theils in denvorhergehenden Kapiteln mitgetheilt worden sind, so finden wir,dass das Humusextract, das kohlensaure Gas, das Sauerstoffgas,alle die in Wasser löslichen Verbindungen, welche aus dem Bodenin eine grüne Pflanze durch ihre Wurzeln eindringen, [267] beiweitem nicht genügen, um den grössten Theil des Gewichtesdieses Gewächses, im Trockenzustand betrachtet, zu bilden**].

*) Traite de Mineralogie, par Hauy, vol I, p. 7.**) Ich könnte mich auf das Experiment von Vanhelmont berufen,der, nachdem er eine Weide fünf Jahre lang in 200 Pfund Humus hattewachsen lassen, fand, dass diese Weide im grünen Zustand ein Ge-wicht von 164 Pfund erlangt hatte, und dass der vor und nach demExperiment im Ofen getrocknete Humus nur zwei Unzen von seinemGewicht verloren hatte. Ueber diese Ergebnisse hat Kinean jedochsehr begründete Betrachtungen angestellt; er bemerkt: 1. dass derHumus in ein poröses nicht glasirtes Gefäss getlian wurde, das selbstwiederum in Dammerde eingegraben wurde, und dass diese letztereder Pflanze Extractivstoffc mitgetheilt hätte ; 2. findet er, dass das imOfen ausgeführte Trocknen vor und nach dem Versuch nicht identisch