Chornische Untersuchungen über die Vegetation.
57
selben wuchsen, lieferten beider Analyse keine Spur dieses Salzes.Er begoss andere gleiche Pflanzen auf dem nämlichen Bodenmit einer Lösung von salpetersaurem Kali; und diese speichertenpasselbe.
Obgleich die Beobachtung zeigt, dass bestimmte salzige Stoffe; 264:] dem Gedeihen einiger Pflanzen günstig sind, so lässt dieselbedoch zu gleicher Zeit erkennen, dass dies Nahrungsmittel ihnennur zusagt, wenn es ihnen in sehr kleiner Menge geboten wird.Der schwefelsaure Kalk verdankt wahrscheinlich zum Theil seinergeringen Löslichkeit den heilsamen Einfluss auf die Entwicklungeiniger Gewächse. Die Unwirksamkeit der löslicheren Salze wiedes Salpeters, des kohlensauren Kalis und des Seosalzes, wennsie im reinen Zustand angewandt und unmittelbar dem Bodenzugeführt werden, ist für die meisten Nutzpflanzen anerkannt.Die Nützlichkeit der Aschen, welche einige dieser Salze enthal-ten, wird nicht bestritten. Aber sie sind in der Asche mit Erdendurch eine halbe Verglasung verbunden, welche die Löslichkeitvermindert, und welche bewirkt, dass sie nicht plötzlich, sondernlangsam und wiederholt in kleinen Mengen in die Gewächse ein-dringen ; die überflüssigen Salze häufen sich bei gewissen Pflan-zen an der Oberfläche ihrer Blätter an und bilden dort eineIncrustation, die ihren Untergang bewirkt, indem sie dieselbenan der Transpiration hindert. Dies ist grösstentheils der Ursprungder weissen Krankheit, welche die Cucurbitaceen*) und mehrereKüchengewächse befällt.
*) Diese Krankheit beginnt bei den Kürbisspflanzen mit der Aus-scheidung zäher Tropfen, welche besonders auf der Oberfläche der Blät-ter in der Nähe des Blattstieles erscheinen. [265] Die Tropfen trocknenein und bilden weisse hervorragende staubartige Flecke, welche sichausdehnen und sich allmählich bis zum Blattumfang vermehren. Ichlöste diese Incrustation ab; sie war nur zum Theil im Wasser und Alko-hol löslich. Wurden diese Lösungen bis zur Trockenheit eingedampft,so Hessen sie ein zerfliessliches Salz zurück, welches alle Eigenschaftendos mit einer unbestimmbaren Menge Magnesia verunreinigten salz-sauren Kalkes aufwies ; es wurde reichlich gefällt von salpetersauremSilber, oxalsaurem Kali und kohlensauren Alkalien, aber nicht vonBarytwasser und war im Feuer fast unveränderlich. Der salzige underdige Theil der Incrustation macht ungefähr ein Drittel ihres Gewich-tes aus ; sie wurde von einer weissen in Wasser und Alkohol unlös-lichen vegetabilischen Substanz ziemlich reichlich eingehüllt, so dassdie Incrustation selbst nicht merklich Feuchtigkeit anzog. DieseKrankheit greift besonders die alten Pflanzen an, welche auf einem anthierischem Dünger reichen Boden und in Mistbeeten wachsen, wo dieBlätter nicht vom Kegenwasser abgewaschen werden.